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Wappen des Andreas I. Imhoff

Ident. Nr.: AE 520

ObjID: obj:2394125

Details (Expert)

Beteiligte
Werkstatt: Veit Hirschvogel (der Ältere) (1461–1525),
Glasmaler*in
Datierung
1532
Abmessungen
Höhe x Breite: 35,5 x 23,7 cm

Objektbeschreibung

Das von einem reich dekorierten Ädikularahmen umschlossene Mittelfeld der Scheibe zeigt das Wappen des Nürnberger Patriziers Andreas I. Imhoff – den gelben (hier allerdings weißen) nach rechts schreitenden Seelöwen in Rot, in der Helmzier das wiederholte Wappen als Kleinod und rot-weiße Decken über grauweißem Stechhelm. Die beiden Beischilde zeigen links, vereinfacht tingiert, das Wappen seiner ersten Gemahlin Ursula Schlaudersbach (1518–1525), den gelben Adler in Weiß, und rechts das Wappen seiner zweiten Ehefrau Magdalena Reich (1526–58), in Rot zwei weiße, aus dem Schildfuß aufsteigende und in Lilien endende Spitzen. Das Wappen des Andreas I. Imhoff dürfte ebenso wie das des Sebald Pfinzing, Inv. Nr. AE 519, aus einem Fenster des großen Saales im Nürnberger Rathaus stammen.
Charakteristisch für den Stil der Glasmalerei sind, neben dem ein wenig überladenen Dekor des Rahmens in den typischen Formen der Nürnberger Frührenaissance, vor allem die beiden das Wappen mit dem Rücken stützenden Männer. Ihre Kleidung, ein am Oberkörper eng anliegendes Wams mit weiten geschlitzten und mehrfach gepufften Ärmeln, kurze, mit Rüschen gesäumte Hosen und Kniestrümpfe, ist auffallend modisch und wurde bevorzugt von Landsknechten getragen. In zeitgenössischen Darstellungen in zahlreichen Varianten dokumentiert, stimmt sie besonders mit den Kostümen auf drei 1520 entstandenen Kupferstichen – mit dem Fähnrich, dem Landsknecht und der Schildwache bei den Pulverfässern – des Sebald Beham überein. Da Sebald Beham schon 1521/22 an der Ausmalung des Ratsaales beteiligt war, liegt die Vermutung nahe, dass er
später, vielleicht in der Nachfolge des 1522 verstorbenen Hans von Kulmbach, auch die Wappenscheiben der Ratsmitglieder entwarf.
CVMA 98775

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR