Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- um 1928
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Tanzendes PaarÜbersetzung: Dancing Couple
- Material / Technik
- Messing
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 39,7 x 28,1 x 32,2 cm (inkl. Sockel)
- Erwerbung
- 2016 Ankauf von Jürgen Vollmers
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2400378
Objektbeschreibung
Margarete Haeffner hatte am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main Aktzeichnen und Modellieren gelernt. Nach ihrer Heirat mit dem Maler Oskar Moll 1906 konzentrierte sie sich auf die Bildhauerei. Stets dem Figürlichen verpflichtet abstrahierte sie die Formen doch zunehmend. 1907 gingen sie und ihr Mann für ein Jahr nach Paris, wo sie die Académie Matisse mitgründeten. Danach lebten sie in Berlin, ab Anfang 1919 in Breslau. Marg Moll fuhr aber immer wieder nach Berlin oder Paris. Das „Tanzende Paar“ gehört zu einer Serie von Werken, die entstand, nachdem sich die Künstlerin 1928 in Paris mit Constantin Brâncuşi über seine Messinggüsse ausgetauscht hatte. Waren Molls plastische Arbeiten der 1910er-Jahre durch Individualisierung des Sujets und starke Modulation der Oberflächen gekennzeichnet, so vereinfachte die Bildhauerin seit Mitte der 1920er-Jahre die Formen, entpersönlichte die Figuren, glättete die Oberflächen und polierte die Metalle. In der Messingskulptur der Tanzenden verschmelzen die gleichrangig behandelten Körper in enger Umarmung. Moll schenkte die Arbeit ihrem Berliner Tanzpartner Ernst Schellner, in dessen Familie sie bis zum Erwerb durch die Nationalgalerie 2016 blieb. Laut familiärer Überlieferung handelt es sich um „eine Tanzdarstellung aus dem Berliner Milieu ‚Rixdorfer‘“. Die Stadt Rixdorf, seinerzeit wegen ihrer Amüsierlokale in Verruf geraten, war auf Initiative sittenstrenger Politiker 1912 in Neukölln umbenannt worden. Während des Nationalsozialismus galten die Werke Molls als „entartet“, so eine 1937 in Breslau beschlagnahmte „Tänzerin“ (um 1930), die zum „Berliner Skulpturenfund“ von 2010 zählt. | Dieter Scholz
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
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