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Tanzendes Paar

Ident. Nr.: NG 19/16

ObjID: obj:2400378

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Marg Moll (1884 - 1977),
Künstler*in
Datierung
um 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tanzendes Paar
Übersetzung: Dancing Couple
Material / Technik
Messing
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 39,7 x 28,1 x 32,2 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
2016 Ankauf von Jürgen Vollmers

Objektbeschreibung

Margarete Haeffner hatte am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main Aktzeichnen und Modellieren gelernt. Nach ihrer Heirat mit dem Maler Oskar Moll 1906 konzentrierte sie sich auf die Bildhauerei. Stets dem Figürlichen verpflichtet abstrahierte sie die Formen doch zunehmend. 1907 gingen sie und ihr Mann für ein Jahr nach Paris, wo sie die Académie Matisse mitgründeten. Danach lebten sie in Berlin, ab Anfang 1919 in Breslau. Marg Moll fuhr aber immer wieder nach Berlin oder Paris. Das „Tanzende Paar“ gehört zu einer Serie von Werken, die entstand, nachdem sich die Künstlerin 1928 in Paris mit Constantin Brâncuşi über seine Messinggüsse ausgetauscht hatte. Waren Molls plastische Arbeiten der 1910er-Jahre durch Individualisierung des Sujets und starke Modulation der Oberflächen gekennzeichnet, so vereinfachte die Bildhauerin seit Mitte der 1920er-Jahre die Formen, entpersönlichte die Figuren, glättete die Oberflächen und polierte die Metalle. In der Messingskulptur der Tanzenden verschmelzen die gleichrangig behandelten Körper in enger Umarmung. Moll schenkte die Arbeit ihrem Berliner Tanzpartner Ernst Schellner, in dessen Familie sie bis zum Erwerb durch die Nationalgalerie 2016 blieb. Laut familiärer Überlieferung handelt es sich um „eine Tanzdarstellung aus dem Berliner Milieu ‚Rixdorfer‘“. Die Stadt Rixdorf, seinerzeit wegen ihrer Amüsierlokale in Verruf geraten, war auf Initiative sittenstrenger Politiker 1912 in Neukölln umbenannt worden. Während des Nationalsozialismus galten die Werke Molls als „entartet“, so eine 1937 in Breslau beschlagnahmte „Tänzerin“ (um 1930), die zum „Berliner Skulpturenfund“ von 2010 zählt. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz