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Große Schale mit ostasiatischem Dekor

Ident. Nr.: 1907,3

ObjID: obj:2417804

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Datierung
um 1725
Abmessungen
Höhe: 5,4 cm bis 6 cm
Durchmesser: 39 cm
Durchmesser: 25,4 cm (Standring)

Objektbeschreibung

In den 1720er und 1730er Jahren entstanden in der Meißener Manufaktur vielfältige Dekore nach ostasiatischen Vorbildern. August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen (reg. 1694–1733) legte zu derselben Zeit eine der größten Sammlungen fernöstlicher Porzellane an, die mehr als 22.000 Objekte umfasste. Vorgesehen war sie für die Ausstattung des Holländischen (später Japanischen) Palais, das er 1717 erworben hatte. Als die 1710 gegründete Meißener Manufaktur - der ersten Porzellanmanufaktur auf europäischem Boden - die technischen Anfangsschwierigkeiten überwunden hatte und ein immer reicheres eigenes Sortiment an fein bemalten Porzellanen produzierte, reifte der Plan, auch die Meißener Porzellane im Holländischen Palais zu präsentieren. Um zu demonstrieren, dass die sächsischen Porzellane den ostasiatischen nicht nur ebenbürtig waren, sondern diese sogar übertrafen, sollten sie im ersten Stock, der Beletage gezeigt werden, während den ostasiatischen Porzellanen das untere Stockwerk zugewiesen wurde. Das großangelegte Projekt wurde letztlich nie vollständig realisiert. Im Zusammenhang mit den Planungen ergingen an die Meißener Manufaktur auch zahlreiche Aufträge, ostasiatische ("indianische" im damaligen Sprachgebrauch) Porzellane zu imitieren, sei es mit dem Ziel, die Sammlung ostasiatischer Porzellane zu ergänzen und Lücken zu schließen, sei es mit dem Ziel, sich mit diesen zu messen und sie zu übertreffen.
Eine recht genaue Übernahme ostasiatischer Vorbilder stellt auch der Dekor der großen Schale dar. Ein chinesischer Teller der "famille verte", der sich bis zum Zweiten Weltkrieg in der Sammlung des Berliner Kunstgewerbemuseums (Schlossmuseum) befunden hat, hatte einen sehr ähnlichen Dekor. In mehrfarbiger Muffelmalerei sind Blütenzweige auf die weiße Porzellanglasur gemalt: Päonien-, Prunus- und Feldrosenzweige in Eisenrot, Hellgelb und Hellblau. Die Zweige sind Blauviolett. Die asymmetrische, flächige Darstellungsweise ist typisch für ostasiatische Dekorvorstellungen. Der Rand ist mit einer Ornamentbordüre aus eisenrotem Netzmuster und grün-gelben Blüten dekoriert, die von Reserven mit eisenroten Prunuszweigen unterbrochen wird.
Die Rückseite der Schale weist einen zarten eisenroten Blütenrankendekor auf.
Gemarkt ist die Schale auf der Unterseite mit der Schwertermarke mit Punktknäufen in Unterglasurblau. In die Innenseite des Standrings, in einer linken oberen Diagonale der Schwertermarke, sind zwei kleine Formerzeichen gepresst (Quadrate aus je vier Punktquadraten), laut S.Bursche sind es die Zeichen des Formers Grund senior.
Lit.: S. Bursche: Meissen, Kat. Berlin (KGM) 1980, S. 221, Kat. Nr. 208.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."