Logo

Umrisse der Gemälde, welche sich im ersten Foyer unteren Stockwerks im Konzertlokale des neuen Schauspielhauses z. Berlin befinden. 43 Skizzen

Ident. Nr.: SZ Kloeber 87

ObjID: obj:2425537

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: August von Kloeber (1793 - 1864),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1820
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Karoline Dorothea Philippine von Kloeber,
31. Dezember 1864 bis 9. Oktober 1892
Nachlass/Vermächtnis: Johanna von Hohendorff,
9. Oktober 1892 bis 7. März 1905
Nachlass/Vermächtnis: Hans Heinrich Emil von Hohendorff,
7. März 1905 bis 27. August 1909
Nachlass/Vermächtnis: Kurt von Hohendorff,
27. August 1909 bis September 1938
Kauf: Antiquariat Hellmuth Meyer & Ernst,
September 1938
Kauf: Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
September 1938 bis 1992
Überweisung: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin,
seit 1992
Material / Technik
Feder
Abmessungen
Blattmaß: 86,8 x 54,0 cm
Bemalte Bildfläche: 8 x 9 cm (Einzelzeichnungen)
Erwerbung
Im September 1938 angekauft vom Antiquariat Hellmuth Meyer & Ernst, Berlin.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)