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An der Kirchenmauer (3. Zustand)

Ident. Nr.: 534-1910

ObjID: obj:2426160

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Radierer*in
Datierung
Herstellung: 1893
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Ein Ungenannter,
bis 20.10.1910
Abmessungen
Plattenrand: 25 x 13,5 cm
Blattmaß: 42,4 x 27,3 cm
Erwerbung
1910 Geschenk eines Ungenannten

Objektbeschreibung

Durch diese Radierung und zwei Pastelle, die 1893 in der Freien Berliner Kunstausstellung zu sehen waren, wurde der Kunstkritiker Julius Elias auf die
bis dahin unbekannte junge Künstlerin aufmerksam. Zu den Ausstellenden gehörten damals auch Edvard Munch, Ludwig von Hofmann, Max Liebermann und andere. Aus Protest gegen die Zurückweisung ihrer Werke durch die Jury der Großen Berliner Kunstausstellung hatten sie sich zusammengeschlossen und eine Gegenveranstaltung
initiiert.
Das Kupferstichkabinett besitzt ein Studienblatt zur Radierung [#vgl. Ident. Nr. NG 27/64-58]. Es befaßt sich ausschließlich mit den Händen und dem Gewand der Frau. Deren mehr als zur Hälfte hinter der Hand verborgenes Gesicht trägt eindeutig selbstbildhafte Züge [...].

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 75, Kat.-Nr. 77)

2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)