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Blumenbild mit Tulpen, Narzissen und Osterglocken

Ident. Nr.: 1934,17

ObjID: obj:2428614

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Lary Booth,
Hersteller*in
Datierung
um 1910
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 26 x 46 cm

Objektbeschreibung

Inventareintrag: "Stickerei in Nadelmalerei in hellfarbiger Seide auf weißer Seide. Acht Tulpen, elf Narzissen und zwei Osterglocken. Arbeit von Frl. Lary Booth"

"Florale Motive im Ausschnitt spielen nach ostasiatischen Vorbildern im Kunstgewerbe des Jugendstils allgemein eine große Rolle. Über Jahrhunderte war der symbolische Wert einer Pflanze mit entscheidend für ihre Darstellung. Um 1900 waren es ihre typischen Merkmale, Schönheit in Form und Farbe, die im Ausschnitt wesentlich spontaner erfaßt werden konnten. Den Bildern von Lary Booths vergleichbar sind gewebte Wandbehänge der Scherrebeker Werkstatt, speziell die der Töchter Justus Brinckmanns Carlotta und Ida Brinckmann. Es sind schöne Pflanzenmotive in ähnlichen Ausschnitten, mit den in jenen Jahren bevorzugt dargestellten Kaiserkronen, Fingerhut oder Stockrosen (Kunsthandwerk in Schleswig-Holstein, Bildteppiche seit 1900. Kat. Schleswig 1974)." Mühlbächer 1995, Kat. 237. MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR