Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Orinoko
Ident. Nr.: FNG 262/18
ObjID: obj:2431579
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1875
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 55,5 x 43 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2431579
Objektbeschreibung
Während seines fünfjährigen Aufenthaltes in Lateinamerika unternahm Alexander von Humboldt gemeinsam mit dem französischen Botaniker Aimé Bonpland zwischen März und Mai des Jahres 1800 eine Forschungsreise auf dem Orinoko. Die Eindrücke dieser Flussfahrt schilderte Humboldt in seiner Schrift "Vom Orinoco zum Amazonas. Reise in die Aequinoctial-Gegenden des neuen Kontinents". Sowohl aus dieser Quelle als auch aus eigenen Erfahrungen schöpfte der aus Karlsruhe stammende Historienmaler Ferdinand Keller, als er die Ölstudie "Alexander von Humboldt und Aimé Bonpland am Orinoko" schuf.
Keller war als 15-Jähriger mit seiner Familie nach Brasilien gereist, da sich dem Vater, Baurat Joseph Keller, dort neue berufliche Perspektiven eröffnet hatten. Wohl durch Vermittlung des badischen Hofes war dem Ingenieur von der Regierung des südamerikanischen Kaiserreiches der Auftrag zur Ausführung von Flussregulierungen, Brücken- und Wegebauten erteilt worden. Der künstlerisch hochbegabte Sohn Ferdinand nutzte die Gelegenheit, um sein Talent autodidaktisch weiterzuentwickeln. Eifrig studierte er die Natur der Urwälder, konfrontiert mit ihrer Vielfalt und Farbenglut entfaltete er in hunderten Zeichnungen und Aquarellen eine überaus reiche Phantasie und Gestaltungskraft. Kellers Aufenthalt in Brasilien währte fünf Jahre, 1862 kehrte die Familie nach Deutschland zurück und der nunmehr 20-Jährige begann eine Ausbildung an der Karlsruher Kunstschule. In den folgenden Jahren griff Keller mehrfach auf seine Brasilien-Erlebnisse zurück, so auch 1877 in der großformatigen, Humboldts Orinokoreise gewidmeten Tropenlandschaft (206 x 160 cm, Privatbesitz), die im gleichen Jahr im Badischen Kunstverein ausgestellt wurde. Zwei Jahre zuvor war die vorbereitende Studie entstanden. Dargestellt ist rechts Humboldt vor seinem neben einem Baumriesen errichteten Zelt, an seiner Seite sitzend Bonpland. Links im Vordergrund haben Urwaldbewohner ein Feuer entfacht, dahinter öffnet sich der Blick auf das Blau des Stromes. Mit dynamischem Pinselstrich hat Keller souverän seine Komposition entworfen und die üppige Tropennatur mit Hell-Dunkel-Kontrasten sowie mit rot, blau und grün leuchtenden Farbflecken skizziert. | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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