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Kruzifix

Ident. Nr.: 1944,18 (30 d)

ObjID: obj:2434013

Details (Expert)

Datierung
14. Jahrhundert (?)
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Material / Technik
Blei-Zinn-Legierung, gegossen
Abmessungen
Objektmaß: 41,5 x 40 x 2,4 mm
Gewicht: 5,4 g

Objektbeschreibung

Flachguss, Kruzifix mit acht Ösen. Das Kruzifix besitzt vier gleichlange Balken, an deren Enden je zwei runde Ösen sitzen. Die Zeichnung des Gekreuzigte ist stilisiert, das Gesicht ist bärtig, das Haupt trägt eine stark stilisierte Lilien- und Bügelkrone. Der Gekreuzigte wird als Viernageltypus mit einem den Unterleib bedeckenden und bis zu den Füßen reichenden Schurz dargestellt. Über dem rechtem Arm erscheint auf dem Balken eine achtstrahlige Sonne, über dem linken eine schmale Mondsichel. Die Rückseite ist von einem groben Straminmuster überzogen. Das Objekt erinnert durch die Form und die Lage der acht Ösen stark an die Pilgerzeichen des Volto santo im italienischen Lucca. Von den Lucceser Zeichen ist es aber durch die Darstellung des unbekleideten Oberkörpers des Gekreuzigten und die starke Stilisierung der Darstellung unterschieden. HK

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa