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Vase mit hohem zyldindrischen Hals und Lüsterglasur

Ident. Nr.: 1895,183

ObjID: obj:2436082

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Friedrich Stahl (1878-1940),
Entwerfer*in
Datierung
um 1894
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe: 14,5 cm
Durchmesser: 9 cm

Objektbeschreibung

Das Kunstgewerbemuseum hat die Vase im Jahr 1895 direkt beim Künstler, Friedrich Stahl, erworben. Der damalige Inventarbucheintrag lautet: "Kleine Steinzeugvase, unten breit, mit hohem, zylindrischen Hals. Fleckig olivengrün glasiert und krakeliert. Mit Permutterlüster überzogen und mit unregelmäßigem Goldüberlauf versehen."

Friedrich Stahl (1863-1940) war Maler und Illustrator. Von 1888 bis 1898 war er in Berlin tätig, später in England, Florenz, München und Rom. Während seiner Berliner Zeit gehörte er zu den Mitbegründern der "Vereinigung der XI", einer antiakademischen Künstlervereinigung, die 1892 erstmals bei dem Galeristen Eduard Schulte in Berlin ausstellte. Den Impulsen der französisch geprägten Avantgarde folgend, schuf Stahl damals nicht nur Gemälde, sondern widmete sich auch der Keramik mit Laufglasuren. Diese Vase war 1894 bei der Ausstellung der "XI" in der Galerie Schulte zu sehen.

Das Kunstgewerbemuseum erwarb 1895 noch drei weitere Vasen bei Friedrich Stahl. Außer der Enghalsvase hat sich noch eine bauchige Vase bis heute im Bestand erhalten (Inv. Nr. 1895,180).

Die Vase ist unbezeichnet.

Lit.: Skandal! Mythos! Moderne! Die Vereinigung der XI in Berlin, Ausstellungskatalog Bröhan-Museum, bearbeitet von Sabine Meister, Berlin 2019, S. 114, Kat. Nr. 58

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa