Logo

Bucheinband

Ident. Nr.: 1899,9

ObjID: obj:2437221

Details (Expert)

Datierung
nach 1508
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 21,5 x 14,2 x 4,5 cm

Objektbeschreibung

Der Plattendruck als vereinfachtes Verfahren zur Gestaltung größerer Flächen verbreitete sich seit etwa 1470, von den Niederlanden und deutschen Städten ausgehend, durch wandernde Drucker und Buchbinder auch nach England und Frankreich. Dieser französische Einband, der zu Beginn des 16. Jahrhhunderts entstand, zeigt in typischer Weise als Abdruck einer Platte auf dem Vorderdeckel vier Heiligenfiguren: Maria Magdalena, Barbara, Katharina sowie einen heiligen Bischof. Sie stehen, einander zugewandt, vor einem Sternenhimmel unter Arkaden auf hügeligem Terrain. Ihnen zur Seite Attribute und knorrige Bäumchen. Den hinteren Deckel zieren zarte Muster, Weinranken mit flatternden Vögeln umranden schmale, senkrechte Streifen mit Wein und Blüten.
Der Rücken zeigt drei erhabene Doppelbünde und an den Kanten einfaches geometrisches Ornament.
Der Einband enthält die 1508 bei Athonius Ronmere in Paris gedruckte Ausgabe von Lorenzo Valla: De elegantiis linguae Latinae. EM

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

Vergoldeter Pokal mit Bildnis Königin Sophie Dorothea von Preußen

Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR