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Thronende Maria mit Kind mit zwei Adoranten

Ident. Nr.: 1930,60 t

ObjID: obj:2437545

Details (Expert)

Datierung
2. Hälfte 15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Frankreich
Material / Technik
Blei-Zinn-Legierung
Abmessungen
Objektmaß: 65,5 x 46 x 4,8 mm
Gewicht: 10,8 g

Objektbeschreibung

Gitterguss, mit runder Rahmung und einem Kruzifix als Aufsatz. Im zentralen Bildfeld erscheint die frontal thronende Madonna mit dem stehenden Jesusknaben auf ihrem linken Knie. Sie wird flankiert von zwei ins Halbprofil gewendeten adorierenden Engeln. Die gekrönte Maria hält in ihrer Rechten ein Lilienzepter, dessen Schaft teilweise in Verlust geraten ist. Der Jesusknabe präsentiert genau im Zentrum des Rundbildes in seiner Rechten die Sphaira, in der Linken ein Zepter mit dreipassförmiger Bekrönung. Um diese Mittelszene läuft eine durchbrochen gegossene, jetzt stark fragmentierte Inschrift: „av[e :]: mar[ia] : gracia : plena : dom[i]nu[s]“ Der äußere Rand der Rahmung ist durch ein geperltes Ornamentband gesäumt. Über dem Zenit der Rahmung erhebt sich als Aufsatz ein Kruzifix, das von großblättrigem Laubwerk und zwei Eicheln umfangen wird. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa