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Prinzessinnengruppe (Luise und Friederike von Preußen)

Ident. Nr.: 1909,113

ObjID: obj:2438026

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Johann Gottfried Schadow (1764 - 1850)
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763)
Ausführung: Carl Friedrich Hagemann (1773–1806)
Datierung
Entwurf: 1795
Ausführung: kurz nach 1800
Geografische Bezüge
Material / Technik
Biskuitporzellan
Abmessungen
Höhe: 54,5 cm
Breite x Tiefe: Sockel 28,7 x 19,6 cm
Gewicht: über 5 kg
Breite: max. 30,5 cm

Objektbeschreibung

Das ganzfigurige Doppelstandbild stellt Kronprinzessin Luise (1776–1810) und ihre Schwester Prinzessin Friederike (1778–1841) von Mecklenburg-Strelitz dar. Beide Prinzessinnen waren mit preußischen Prinzen verheiratet: Im Dezember 1793 hatte in zweitägigem Abstand die Hochzeit von Luise mit dem Thronfolger und späteren König Friedrich Wilhelm III. (1770–1840) und diejenige von Friederike mit dessen jüngeren Bruder, Prinz Friedrich Ludwig Karl (1773–1796), stattgefunden.

Der Schöpfer der ebenso eleganten wie anmutigen Figurengruppe ist der Bildhauer Johann Gottfried Schadow (1764-1850). Die Porträtsitzung fand im Herbst 1794 statt, 1795 schuf er das Modell. Von Anfang an war geplant, eine reduzierte Version in Biskuitporzellan auszuführen. Hiermit beauftragte die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) zunächst den Modelleur Karl Heinrich Schwarzkopf (um 1763-1846), der jedoch daran scheiterte. Carl Friedrich Hagemann (1773-1896) gelang die Aufgabe, im Dezember 1796 erfolgte der erste Brand. Die Gesamthöhe von 55 cm war für eine Fertigung in Biskuitporzellan eine technische Herausforderung. Das Arbeitsmodell wurde in 88 Einzelteile zerlegt, von denen Negativformen abgenommen wurden. In diese wurde die Porzellanmasse gepresst, dann folgte das Bossieren in lederhartem Zustand und die beiden Spezialbrände des Biskuitporzellans.

Zwischenzeitlich hatte Schadow ein lebensgroßes Gipsmodell auf der Berliner Akademieausstellung von 1796 präsentiert, das noch die Ursprungsversion mit einem Blumenkorb in der rechten Hand von Luise zeigte. Nach Kritik änderte er sein Modell um, Luise greift nun mit der Rechten in ihr Gewand. Die Porzellanversion übernimmt diese überarbeitete Fassung, ebenso wie das lebensgroße Marmorstandbild, das 1797 auf der Akademieausstellung gezeigt wurde und sich heute im Bestand der Alten Nationalgalerie Berlin befindet.

Stilistisch trifft Schadow den Geschmack der Epoche zwischen „Empfindsamkeit“ und Klassizismus. Die beiden Schwestern posieren in einer Umarmung und Kontrapoststellung, die auf das berühmte Antikenvorbild der „Ildefonsogruppe“ zurückgehen. Besonders in der Kopfhaltung wird deutlich, dass Luise die Würde der künftigen Königin ausstrahlt, während Friederike mit dem geneigten Kopf mädchenhafter wirkt. Auf fürstliche Statusattribute wird verzichtet. Zugleich entspricht die antikisierende, körperbetonte Kleidung mit der hohen Gürtung unter der Brust der zeitgenössischen Mode der Chemisenkleider. Die Kopfbinde von Luise ist gleichfalls ein modisches Accessoire, das auch in zeitgenössischen Modeblättern zu finden ist. Zugleich kann man auch hier Parallelen zu antiken Kunstwerken ausfindig machen. Dass diese Kopfbinde eine Halsschwellung der Kronprinzessin verdecken sollte, geht zwar auf eine Passage in Schadows Schriften zurück, dürfte aber eine Legende sein, die sich bis heute hartnäckig hält.

Die im Kunstgewerbemuseum befindliche Ausformung dürfte kurz nach 1800 entstanden sein, dafür sprechen die unregelmäßig Unterseite (die Porzellanmasse wurde damals noch nicht eingegossen, sondern eingepresst) und die scharfkantig ausgebildeten Falten und Haarsträhnen. Ankauft wurde sie am 27.4.1909 von dem Berliner Kunsthändler Rudolph Lepke.

Lit.: Georg Lenz: Johann Gottfried Schadow und die Berliner Porzellanmanufaktur, in: Kunst und Kunsthandwerk XXII (1919), S. 65ff.; Dorothee Heim: Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 529ff., Kat. Nr. 144.

Claudia Kanowski

Letzte Aktualisierung: 02.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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Großes Handfass mit vasenförmigem Körper auf hochgewölbtem Glockenfuß. An den Seiten über weiblichen Maskarons zwei gedrehte Schlaufenhenkel. Der Zapfhahn unter einer Muschel als Maske mit Ausgussrohr. Am Hals des Gefäßes Scheibe mit dem kurbrandenburgischen Wappen zwischen zwei „Wilden Männern“. Zugehörig zur Wanne Inv. Nr. S 513, in welcher das Handfass hier steht.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. LL

Bürgereidkristall aus dem Lüneburger Ratssilber

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Architekturteile und Figuren gegossen. Dach, Hintergründe der Figuren und Steine, Unterseite, Innenseiten und Inkarnat unvergoldet. Gewänder z. T. punziert. Zeichen auf der Unterseite. Figuren, Steine usw. mit durchgesteckten Schlaufen, in die Keile geschoben sind, befestigt. Ausarbeitung vergleichsweise grob. – Je zwei Nieten an den Ecken deuten darauf hin, daß der Schrein ursprünglich Füße oder einen Sockel besaß. Drei der Kreuzblumen an den Ecken, ein Finger des Weltenrichters, ein Teil des Schwertes von Paulus und Attribut eines Heiligen verloren. Vergoldung z. T. abgerieben, Email stellenweise fehlend.Truhenförmiges, als gotische Kapelle gestaltetes Reliquiar. Übereck gestellte, gestufte und mit Fialen, Zinnen und Kreuzblume besetzte Strebepfeiler, die in Richtung der Längeseiten – ursprünglich! – nach außen geneigt sind. Hohe, pultförmige, durch Stabfries und Hohlkehlprofile gegliederte Sockelzone. Form der Standplatte dem Grundriß entsprechend, Wulstrand durch Nut abgesetzt. Dachgesims längsseitig mit Blattfries, an den Schmalseiten als säulengetragene Kielbögen mit Krabben und Kreuzblume. Zurückgesetzte Wandungen der Längsseiten rechts und links eines größeren Mittelfeldes durch Strebepfeiler und Säulchen, die Baldachine tragen, in je zwei Felder geteilt, davor Statuetten auf Sockeln mit Stabmuster. In der Mitte der einen Längsseite Christus als Weltenrichter in der Mandorla, seine Wundmale weisend und hinter sich das Richtschwert, der Nimbus mit aufgesetztem Filigran. In halbrunden Feldern die vier Evangelistensymbole auf transluzid blauem Emailgrund. Seitlich, kniend auf transluzid grün emaillierten Hügeln, Maria und Johannes der Täufer, außen zwei posaunenblasende Engel. Auf der Gegenseite der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, die auf niedriger angebrachten Konsolen stehen. Seitlich Petrus und Paulus, links außen der Evangelist Matthäus, gekennzeichnet durch ein Schwert im Rücken, und rechts außen ein Heiliger, dessen Attribut fehlt. In den auch als Türchen dienenden Nischen der Schmalseiten der heilige Georg mit Drachen und eine weibliche Heilige mit Palmwedel, wohl die heilige Ursula, Lüneburgs Stadtpatronin. Auf der Dachwölbung zylindrischer Reliquienbehälter aus Bergkristall, verschlossen durch zwei Kappen, die entsprechend den Schmalseiten des Kastens verziert sind. An der vergoldeten Unterlage mit graviertem Blattrand zwei Schriftbänder, die dunkel bzw. transluzid blau emailliert sind. Auf dem einen (Seite des Weltenrichters) in Majuskeln „ITE VENITE“, auf dem anderen in Minuskeln „benedicti p(at)r(i)s mei“ nach Matth. 25,41 und 25,34 (Gehet hin ihr Verfluchten/ Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters). Rechts und links kniender Schutzengel, auf den Flügeln blaues, transluzides Email mit goldenen Punkten (nur z. T. erhalten). Am Sockel verschieden geformte blaue und helle, ehemals gelb und rot hinterlegte Glassteine in vier- und sechseckigen Fassungen.

Teil vom Großen Silberbuffet aus dem Rittersaal des Berliner Schlosses

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Tablett in ovaler Form mit profiliertem Rand. Im Spiegel Kartusche mit Bandelwerk und Putten mit einer Kanone. Auf dem Rand vier kleine Kartuschen mit weiteren Puttendarstellungen. Pendent zum Tablett Inv. Nr. S 515, zugehörig die Pastetenbüchse Inv. Nr. S 516.Die Kanne zählt zum Bestand des so genannten Großen Silberbuffets, welches sich bis zum Zweiten Weltkrieg im Berliner Schloss befand. Dabei handelt es sich um neun monumentale, aus Kannen und Becken bestehende Gießgarnituren, acht Kettenflaschen, zwei Kühlkessel, zwei Pastetenbüchsen sowie ein großes Handfass mit zugehöriger Wanne. Insgesamt umfasst das Buffet heute noch 33 prachtvolle vergoldete Silbergefäße, die überwiegend zwischen 1695 und 1698 auf Bestellung des Kurfürsten Friedrich III. in Augsburg, dem damaligen Zentrum der Goldschmiedekunst in Deutschland, hergestellt wurden.Das Ensemble war im Rittersaal des Berliner Schlosses als wandfester Teil der Innenarchitektur installiert: Während die Lavabogarnituren und die Kettenflaschen gegenüber dem Thron an der verspiegelten Wand angeordnet waren, standen die übrigen Gefäße in symmetrischer Anordnung auf einem Schanktisch davor. Das Große Silberbuffet war über Jahrhunderte gleichermaßen königliches Repräsentationsobjekt und Teil des brandenburgisch-preußischen Staatsschatzes. Von späteren Einschmelzungen blieb es auch deshalb nicht verschont. Der Schanktisch wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört, die erhaltenen Gefäße sind heute in der Dependance des Kunstgewerbemuseums in Schloss Köpenick in einer der ursprünglichen Anordnung angenäherten Rekonstruktion wieder aufgebaut. Die beiden Pastetenbüchsen Inv. Nr. S 514 und S 516 samt den zugehörigen Tabletts Inv. Nr. S 515 und S 517 gelangten vermutlich bereits 1745 als Ersatz für Einschmelzungen Friedrichs II. während des Zweiten Schlesischen Krieges auf den Schanktisch des Großen Silberbuffets. Sein stammten aus einer großen Bestellung von Silberarbeiten durch König Friedrich Wilhelm I., die 1733 aus Augsburg nach Berlin geliefert wurde. LL