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Spanien: Karl IV.

Ident. Nr.: 18267668

ObjID: obj:2451868

Details (Expert)

Beteiligte
Königtum (MA/NZ): Karl IV. (1788-1808), König von Spanien,
Münzherr*in
Datierung
1806
Geografische Bezüge
Mexiko,
Land
Material / Technik
—
Abmessungen
Gewicht: 26,97 g
Durchmesser: 40 mm

Objektbeschreibung

Vorderseite: CAROLUS IIII - DEI GRATIA - 1806. Brustbild des Königs Karl IV. im Harnisch mit Lorbeerkranz nach rechts. Fünf chinesische Punzen und zwei Prüfhiebe.

Rückseite: HISPAN ET IND REX Mo 8 R T H [Mo ligiert (o über M)]. Gekröntes spanisches Wappen zwischen zwei Säulen. Zwei chinesische Punzen und zwei Prüfhiebe.

Rand: Rändelung abwechselnd Kreise und Quadrate

Kommentar: Aus Gründen des Silber- und Münzmangels wurden in China und Südostasien oft vorhandene, fremde Münzen mit entsprechenden Gegenstempeln bzw. Punzen versehen und so für gültig in einem bestimmten Umlaufgebiet erklärt. Die kleinen Stempel mit chinesischen Schriftzeichen sind Zeichen der einzelnen Händler, die diese Münze geprüft haben.

Literatur: G. S. Cuhaj - T. Michael, Standard Catalog of World Coins 1801-1900. 6. Auflage (2009) 897 Nr. 109. - Zur Gegenstempelung: J. E. Sandrock, Copper Cash and Silver Taels. The Money of Manchu China (1995) 105 ff.; J. Krüger, Streifzüge durch die Sinonumismatik und angrenzende Sammelgebiete (2005) 174 ff.

Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18267668

Letzte Aktualisierung: 30.10.2026

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Einrichtung:

Münzkabinett

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Abukir

Abukir

Vorderseite: Panzerbüste des Alexander in der Vorderansicht mit Diadem, Rundschild und Speer. Kopf leicht nach l. gewandt und erhoben, Blick nach oben. Auf dem Schild: Gaea, darüber Köpfe des Helios und der Selene, umgeben von fünf Tierkreiszeichen.Rückseite: ΒΑCΙ-ΛΕ-ΩC - ΑΛΕ-ΞΑΝΔΡΟV. Nike, den l. Fuß auf Helm gestellt, deutet mit r. Hand auf ovalen Schild, den sie mit der l. Hand am Rand umfaßt, nach r. Schild von einem geflügelten Eroten nach l. gehalten. Auf Schild: Alexander (?) und Gefährtin. R. Tropaion und zwei ...Kommentar: Exemplar Dressel C, Rs. stempelgleich zu Dressel B. -Die Berliner Abukir-Medaillone – Alexander der Große in Gold- Ein Schatz wird gefunden -Im Jahre 1902 stießen Arbeiter bei Abukir, nordöstlich von Alexandria an der Küste des Mittelmeers gelegen, auf einen spektakulären Schatzfund aus römischer Zeit. Die darin enthaltenen 20 außergewöhnlich großen Goldmedaillone sowie ca. 600 reguläre Goldmünzen und mehrere Barren wurden sofort an lokale Händler verkauft und wenig später auf dem europäischen Kunstmarkt angeboten. Von diesen 20 Medaillonen konnte das Berliner Münzkabinett in den folgenden Jahren fünf Exemplare erwerben. Die mitgefundenen Goldmünzen römischer Kaiser sind in Teilen dokumentiert und beweisen, daß dieser Hort kurz nach 300 n. Chr. in der Erde vergraben wurde. Die Münzen selbst sind in den Jahren zwischen ca. 220 und 300 n. Chr. geprägt worden.- Bilder machen Legenden -Die Berliner Medaillone sind nicht nur wegen ihres Gewichts und des Materialwertes (sie wiegen zwischen 112 und 65 Gramm bei Durchmessern von 48 bis 60 mm) von großer Bedeutung, sondern wegen der auf ihnen dargestellten Bilder. Drei zeigen auf ihren Vorderseiten das Porträt Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) in verschiedenen Fassungen, eines das seiner Mutter Olympias, sowie ein weiteres die Büste des römischen Kaisers Caracalla (211–217 n. Chr.), der einen Schild mit Alexanderdarstellung hält. Die Rückseiten präsentieren die Siegesgöttin Nike in einem Wagen bzw. Nike ein Siegesdenkmal schmückend (zweimal) bzw. die Siegesgöttin Waffen an Alexander überreichend. Das Stück mit dem Olympiasporträt zeigt auf der Rückseite eine Nereide (Meernymphe) auf einem Seestier reitend.Alle diese Motive lassen sich auf Alexander III. von Makedonien beziehen. Die Vorderseiten umschreiben in ihren unterschiedlichen Fassungen verschiedene Qualitäten des Königs (mit Widderhorn als Sohn des Gottes Zeus Ammon, mit Helm bzw. in der Vorderansicht mit Lanze und Schild als unüberwindlicher Krieger), während die Rückseiten seine allgemeine Sieghaftigkeit, Herkunft und mythologische Überhöhung formulieren. - Das Idol Alexander -Alexander der Große wurde bereits direkt nach seinem Tod ein Vorbild für hellenistische Könige, die über Teile seines Reiches herrschten. Später beriefen sich auch römische Kaiser auf Alexander. Seine Person war von nun an prägend für viele Herrscher bis in die jüngste Vergangenheit. Die Geschichte seiner Taten wurde in Berichten und Erzählungen immer weiter legendenhaft ausgeschmückt.Gerade aus dem 3. Jh. n. Chr. und insbesondere aus der Zeit der Familie des Caracalla, den Severern (193–235 n. Chr.), kennen wir viele Münzdarstellungen Alexanders auf dem lokalen Bronzegeld verschiedener Städte. Auf diese Weise sollte die Bedeutung, das Alter und die griechisch-makedonische Herkunft der Stadt und ihrer Bewohner besonders hervorgehoben werden. Unter den numismatischen Zeugnissen bieten allein die Münzen der Provinz Makedonien, die in Beroia (heute Veria in Griechenland) geprägt wurden, den Abukir-Medaillonen vergleichbare und teilweise identische Motive. Auch wissen wir durch Inschriften von gymnischen und musischen Spielen (darunter Laufwettbewerbe, Pferderennen, Faustkampf und ein Wettstreit von Herolden) zu Ehren Alexanders und des regierenden Kaisers aus dieser Zeit in Beroia. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese prachtvollen Medaillone anläßlich dieser Spiele hergestellt und als besonders wertvolles Geschenk an prominente Würdenträger, hohe Beamte und siegreiche Athleten gegeben wurden.Die schon zum Zeitpunkt ihrer Auffindung spektakuläre Bedeutung dieser Medaillone schlug sich auch in der Höhe des schließlich gezahlten Kaufpreises nieder. Nur aufgrund der Großzügigkeit von Sponsoren (darunter der bekannte Mäzen der Berliner Museen, James Simon, sowie Elise Koenigs und Gerson Simon) konnte das Münzkabinett den geforderten Betrag von knapp 120.000 Goldmark aufbringen. Diese Summe (ein Arbeiter verdiente im Jahr durchschnittlich 900 Mark brutto) sorgte in Kombination mit einem anfänglich gehegten Fälschungsverdacht gegen diese Medaillone bei dem für ihren Ankauf verantwortlichen Kurator Heinrich Dressel (1845–1920) zunächst für schlaflose Nächte.Literatur: H. Dressel, Fünf Goldmedaillons aus dem Funde von Abukir (1906) 9 f. C Taf. 2, C (dieses Stück); K. Dahmen - B. Weisser, Goldene Alexander zum Geschenk, in: S. Drougou u.a. (Hrsg.), Kermatia Philias. Festschrift Y. Touratsoglou (2009) 343-359 Abb. 3; K. Dahmen, Alexander in Gold and Silver: Reassessing Third century AD Medallions from Aboukir and Tarsos, American Journal of Numismatics 20, 2008, 493 ff. 526 f. Taf. 102 (mit Lit.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200016

Abukir

Abukir

Vorderseite: Bekleidete Büste der Olympias, verschleiert und mit Diadem in der Brustansicht nach l. Der r. Arm ist eingedreht vor das Gesicht gehalten und mit einem Schlangenarmreif geschmückt. Die r. Hand hält ein von einer kleinen Kugel gekröntes ...Rückseite: Nereide, auf ihrem von beiden Händen gehaltenen, ausgebreiteten Mantel sitzend, reitet auf einem Seestier nach l. Trägt Spangenschmuck. R. Hand hält Zaumzeug (?). Zwischen Wellen unten von l. nach r. eine Tritonmuschel, eine Kammmuschel, zwei ...Kommentar: Exemplar Dressel D. -Die Berliner Abukir-Medaillone – Alexander der Große in Gold- Ein Schatz wird gefunden -Im Jahre 1902 stießen Arbeiter bei Abukir, nordöstlich von Alexandria an der Küste des Mittelmeers gelegen, auf einen spektakulären Schatzfund aus römischer Zeit. Die darin enthaltenen 20 außergewöhnlich großen Goldmedaillone sowie ca. 600 reguläre Goldmünzen und mehrere Barren wurden sofort an lokale Händler verkauft und wenig später auf dem europäischen Kunstmarkt angeboten. Von diesen 20 Medaillonen konnte das Berliner Münzkabinett in den folgenden Jahren fünf Exemplare erwerben. Die mitgefundenen Goldmünzen römischer Kaiser sind in Teilen dokumentiert und beweisen, daß dieser Hort kurz nach 300 n. Chr. in der Erde vergraben wurde. Die Münzen selbst sind in den Jahren zwischen ca. 220 und 300 n. Chr. geprägt worden.- Bilder machen Legenden -Die Berliner Medaillone sind nicht nur wegen ihres Gewichts und des Materialwertes (sie wiegen zwischen 112 und 65 Gramm bei Durchmessern von 48 bis 60 mm) von großer Bedeutung, sondern wegen der auf ihnen dargestellten Bilder. Drei zeigen auf ihren Vorderseiten das Porträt Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) in verschiedenen Fassungen, eines das seiner Mutter Olympias, sowie ein weiteres die Büste des römischen Kaisers Caracalla (211–217 n. Chr.), der einen Schild mit Alexanderdarstellung hält. Die Rückseiten präsentieren die Siegesgöttin Nike in einem Wagen bzw. Nike ein Siegesdenkmal schmückend (zweimal) bzw. die Siegesgöttin Waffen an Alexander überreichend. Das Stück mit dem Olympiasporträt zeigt auf der Rückseite eine Nereide (Meernymphe) auf einem Seestier reitend.Alle diese Motive lassen sich auf Alexander III. von Makedonien beziehen. Die Vorderseiten umschreiben in ihren unterschiedlichen Fassungen verschiedene Qualitäten des Königs (mit Widderhorn als Sohn des Gottes Zeus Ammon, mit Helm bzw. in der Vorderansicht mit Lanze und Schild als unüberwindlicher Krieger), während die Rückseiten seine allgemeine Sieghaftigkeit, Herkunft und mythologische Überhöhung formulieren. - Das Idol Alexander -Alexander der Große wurde bereits direkt nach seinem Tod ein Vorbild für hellenistische Könige, die über Teile seines Reiches herrschten. Später beriefen sich auch römische Kaiser auf Alexander. Seine Person war von nun an prägend für viele Herrscher bis in die jüngste Vergangenheit. Die Geschichte seiner Taten wurde in Berichten und Erzählungen immer weiter legendenhaft ausgeschmückt.Gerade aus dem 3. Jh. n. Chr. und insbesondere aus der Zeit der Familie des Caracalla, den Severern (193–235 n. Chr.), kennen wir viele Münzdarstellungen Alexanders auf dem lokalen Bronzegeld verschiedener Städte. Auf diese Weise sollte die Bedeutung, das Alter und die griechisch-makedonische Herkunft der Stadt und ihrer Bewohner besonders hervorgehoben werden. Unter den numismatischen Zeugnissen bieten allein die Münzen der Provinz Makedonien, die in Beroia (heute Veria in Griechenland) geprägt wurden, den Abukir-Medaillonen vergleichbare und teilweise identische Motive. Auch wissen wir durch Inschriften von gymnischen und musischen Spielen (darunter Laufwettbewerbe, Pferderennen, Faustkampf und ein Wettstreit von Herolden) zu Ehren Alexanders und des regierenden Kaisers aus dieser Zeit in Beroia. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese prachtvollen Medaillone anläßlich dieser Spiele hergestellt und als besonders wertvolles Geschenk an prominente Würdenträger, hohe Beamte und siegreiche Athleten gegeben wurden.Die schon zum Zeitpunkt ihrer Auffindung spektakuläre Bedeutung dieser Medaillone schlug sich auch in der Höhe des schließlich gezahlten Kaufpreises nieder. Nur aufgrund der Großzügigkeit von Sponsoren (darunter der bekannte Mäzen der Berliner Museen, James Simon, sowie Elise Koenigs und Gerson Simon) konnte das Münzkabinett den geforderten Betrag von knapp 120.000 Goldmark aufbringen. Diese Summe (ein Arbeiter verdiente im Jahr durchschnittlich 900 Mark brutto) sorgte in Kombination mit einem anfänglich gehegten Fälschungsverdacht gegen diese Medaillone bei dem für ihren Ankauf verantwortlichen Kurator Heinrich Dressel (1845–1920) zunächst für schlaflose Nächte.Literatur: H. Dressel, Fünf Goldmedaillons aus dem Funde von Abukir (1906) 10 f. D Taf. 2, D; K. Dahmen - B. Weisser, Goldene Alexander zum Geschenk, in: S. Drougou u.a. (Hrsg.), Kermatia Philias. Festschrift Y. Touratsoglou (2009) 343-359 Abb. 4; K. Dahmen, Alexander in Gold and Silver: Reassessing Third century AD Medallions from Aboukir and Tarsos, American Journal of Numismatics 20, 2008, 493 ff. 527 Taf. 103 (mit Lit.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200020

Abukir

Abukir

Vorderseite: Panzerbüste des Alexander mit geschlossenem Mantel in der Brustansicht nach l. Trägt einen attischen Helm ohne Wangenklappen mit hohem Busch (Sphinx als Buschhalter). Kopf erhoben. Auf Helm: Artemis auf dem Stier nach l. (A. Tauropolos). ...Rückseite: ΒΑCΙ-ΛΕ-ΩC - ΑΛΕ-ΞΑΝΔΡΟV. Nike, den l. Fuß auf Helm gestellt, deutet mit r. Hand auf ovalen Schild, den sie mit l. Hand am Rand umfaßt, nach r. Schild von einem geflügelten Eroten nach l. gehalten. Auf Schild: Alexander (?) und Gefährtin. R. ein Tropaion und zwei ...Kommentar: Exemplar Dressel B. -Die Berliner Abukir-Medaillone – Alexander der Große in Gold- Ein Schatz wird gefunden -Im Jahre 1902 stießen Arbeiter bei Abukir, nordöstlich von Alexandria an der Küste des Mittelmeers gelegen, auf einen spektakulären Schatzfund aus römischer Zeit. Die darin enthaltenen 20 außergewöhnlich großen Goldmedaillone sowie ca. 600 reguläre Goldmünzen und mehrere Barren wurden sofort an lokale Händler verkauft und wenig später auf dem europäischen Kunstmarkt angeboten. Von diesen 20 Medaillonen konnte das Berliner Münzkabinett in den folgenden Jahren fünf Exemplare erwerben. Die mitgefundenen Goldmünzen römischer Kaiser sind in Teilen dokumentiert und beweisen, daß dieser Hort kurz nach 300 n. Chr. in der Erde vergraben wurde. Die Münzen selbst sind in den Jahren zwischen ca. 220 und 300 n. Chr. geprägt worden.- Bilder machen Legenden -Die Berliner Medaillone sind nicht nur wegen ihres Gewichts und des Materialwertes (sie wiegen zwischen 112 und 65 Gramm bei Durchmessern von 48 bis 60 mm) von großer Bedeutung, sondern wegen der auf ihnen dargestellten Bilder. Drei zeigen auf ihren Vorderseiten das Porträt Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) in verschiedenen Fassungen, eines das seiner Mutter Olympias, sowie ein weiteres die Büste des römischen Kaisers Caracalla (211–217 n. Chr.), der einen Schild mit Alexanderdarstellung hält. Die Rückseiten präsentieren die Siegesgöttin Nike in einem Wagen bzw. Nike ein Siegesdenkmal schmückend (zweimal) bzw. die Siegesgöttin Waffen an Alexander überreichend. Das Stück mit dem Olympiasporträt zeigt auf der Rückseite eine Nereide (Meernymphe) auf einem Seestier reitend.Alle diese Motive lassen sich auf Alexander III. von Makedonien beziehen. Die Vorderseiten umschreiben in ihren unterschiedlichen Fassungen verschiedene Qualitäten des Königs (mit Widderhorn als Sohn des Gottes Zeus Ammon, mit Helm bzw. in der Vorderansicht mit Lanze und Schild als unüberwindlicher Krieger), während die Rückseiten seine allgemeine Sieghaftigkeit, Herkunft und mythologische Überhöhung formulieren. - Das Idol Alexander -Alexander der Große wurde bereits direkt nach seinem Tod ein Vorbild für hellenistische Könige, die über Teile seines Reiches herrschten. Später beriefen sich auch römische Kaiser auf Alexander. Seine Person war von nun an prägend für viele Herrscher bis in die jüngste Vergangenheit. Die Geschichte seiner Taten wurde in Berichten und Erzählungen immer weiter legendenhaft ausgeschmückt.Gerade aus dem 3. Jh. n. Chr. und insbesondere aus der Zeit der Familie des Caracalla, den Severern (193–235 n. Chr.), kennen wir viele Münzdarstellungen Alexanders auf dem lokalen Bronzegeld verschiedener Städte. Auf diese Weise sollte die Bedeutung, das Alter und die griechisch-makedonische Herkunft der Stadt und ihrer Bewohner besonders hervorgehoben werden. Unter den numismatischen Zeugnissen bieten allein die Münzen der Provinz Makedonien, die in Beroia (heute Veria in Griechenland) geprägt wurden, den Abukir-Medaillonen vergleichbare und teilweise identische Motive. Auch wissen wir durch Inschriften von gymnischen und musischen Spielen (darunter Laufwettbewerbe, Pferderennen, Faustkampf und ein Wettstreit von Herolden) zu Ehren Alexanders und des regierenden Kaisers aus dieser Zeit in Beroia. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese prachtvollen Medaillone anläßlich dieser Spiele hergestellt und als besonders wertvolles Geschenk an prominente Würdenträger, hohe Beamte und siegreiche Athleten gegeben wurden.Die schon zum Zeitpunkt ihrer Auffindung spektakuläre Bedeutung dieser Medaillone schlug sich auch in der Höhe des schließlich gezahlten Kaufpreises nieder. Nur aufgrund der Großzügigkeit von Sponsoren (darunter der bekannte Mäzen der Berliner Museen, James Simon, sowie Elise Koenigs und Gerson Simon) konnte das Münzkabinett den geforderten Betrag von knapp 120.000 Goldmark aufbringen. Diese Summe (ein Arbeiter verdiente im Jahr durchschnittlich 900 Mark brutto) sorgte in Kombination mit einem anfänglich gehegten Fälschungsverdacht gegen diese Medaillone bei dem für ihren Ankauf verantwortlichen Kurator Heinrich Dressel (1845–1920) zunächst für schlaflose Nächte.Literatur: H. Dressel, Fünf Goldmedaillons aus dem Funde von Abukir (1906) 8 f. B Taf. 1, B; K. Dahmen - B. Weisser, Goldene Alexander zum Geschenk, in: S. Drougou u.a. (Hrsg.), Kermatia Philias. Festschrift Y. Touratsoglou (2009) 343-359 Abb. 2; K. Dahmen, Alexander in Gold and Silver: Reassessing Third century AD Medallions from Aboukir and Tarsos, American Journal of Numismatics 20, 2008, 493 ff. 526 Taf. 102 (mit Lit.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200012

Abukir

Abukir

Vorderseite: Kopf des Alexander mit Diadem und Ammonshorn nach l. Robuste Haarbündel, kein Flammenhaar. Kopf vorgestreckt und erhoben.Rückseite: ΒΑCΙΛ-ΕωC // ΑΛΕΞΑΝΔΡΟΥ. Nike in einem Viergespann (quadriga) nach r. Sie hält in ihrer l. Hand einen Palmzweig mit Binde (taenia), mit der r. Hand die Zügel.Kommentar: Exemplar Dressel A. -Die Berliner Abukir-Medaillone – Alexander der Große in Gold- Ein Schatz wird gefunden -Im Jahre 1902 stießen Arbeiter bei Abukir, nordöstlich von Alexandria an der Küste des Mittelmeers gelegen, auf einen spektakulären Schatzfund aus römischer Zeit. Die darin enthaltenen 20 außergewöhnlich großen Goldmedaillone sowie ca. 600 reguläre Goldmünzen und mehrere Barren wurden sofort an lokale Händler verkauft und wenig später auf dem europäischen Kunstmarkt angeboten. Von diesen 20 Medaillonen konnte das Berliner Münzkabinett in den folgenden Jahren fünf Exemplare erwerben. Die mitgefundenen Goldmünzen römischer Kaiser sind in Teilen dokumentiert und beweisen, daß dieser Hort kurz nach 300 n. Chr. in der Erde vergraben wurde. Die Münzen selbst sind in den Jahren zwischen ca. 220 und 300 n. Chr. geprägt worden.- Bilder machen Legenden -Die Berliner Medaillone sind nicht nur wegen ihres Gewichts und des Materialwertes (sie wiegen zwischen 112 und 65 Gramm bei Durchmessern von 48 bis 60 mm) von großer Bedeutung, sondern wegen der auf ihnen dargestellten Bilder. Drei zeigen auf ihren Vorderseiten das Porträt Alexanders des Großen (356–323 v. Chr.) in verschiedenen Fassungen, eines das seiner Mutter Olympias, sowie ein weiteres die Büste des römischen Kaisers Caracalla (211–217 n. Chr.), der einen Schild mit Alexanderdarstellung hält. Die Rückseiten präsentieren die Siegesgöttin Nike in einem Wagen bzw. Nike ein Siegesdenkmal schmückend (zweimal) bzw. die Siegesgöttin Waffen an Alexander überreichend. Das Stück mit dem Olympiasporträt zeigt auf der Rückseite eine Nereide (Meernymphe) auf einem Seestier reitend.Alle diese Motive lassen sich auf Alexander III. von Makedonien beziehen. Die Vorderseiten umschreiben in ihren unterschiedlichen Fassungen verschiedene Qualitäten des Königs (mit Widderhorn als Sohn des Gottes Zeus Ammon, mit Helm bzw. in der Vorderansicht mit Lanze und Schild als unüberwindlicher Krieger), während die Rückseiten seine allgemeine Sieghaftigkeit, Herkunft und mythologische Überhöhung formulieren. - Das Idol Alexander -Alexander der Große wurde bereits direkt nach seinem Tod ein Vorbild für hellenistische Könige, die über Teile seines Reiches herrschten. Später beriefen sich auch römische Kaiser auf Alexander. Seine Person war von nun an prägend für viele Herrscher bis in die jüngste Vergangenheit. Die Geschichte seiner Taten wurde in Berichten und Erzählungen immer weiter legendenhaft ausgeschmückt.Gerade aus dem 3. Jh. n. Chr. und insbesondere aus der Zeit der Familie des Caracalla, den Severern (193–235 n. Chr.), kennen wir viele Münzdarstellungen Alexanders auf dem lokalen Bronzegeld verschiedener Städte. Auf diese Weise sollte die Bedeutung, das Alter und die griechisch-makedonische Herkunft der Stadt und ihrer Bewohner besonders hervorgehoben werden. Unter den numismatischen Zeugnissen bieten allein die Münzen der Provinz Makedonien, die in Beroia (heute Veria in Griechenland) geprägt wurden, den Abukir-Medaillonen vergleichbare und teilweise identische Motive. Auch wissen wir durch Inschriften von gymnischen und musischen Spielen (darunter Laufwettbewerbe, Pferderennen, Faustkampf und ein Wettstreit von Herolden) zu Ehren Alexanders und des regierenden Kaisers aus dieser Zeit in Beroia. Es ist sehr wahrscheinlich, daß diese prachtvollen Medaillone anläßlich dieser Spiele hergestellt und als besonders wertvolles Geschenk an prominente Würdenträger, hohe Beamte und siegreiche Athleten gegeben wurden.Die schon zum Zeitpunkt ihrer Auffindung spektakuläre Bedeutung dieser Medaillone schlug sich auch in der Höhe des schließlich gezahlten Kaufpreises nieder. Nur aufgrund der Großzügigkeit von Sponsoren (darunter der bekannte Mäzen der Berliner Museen, James Simon, sowie Elise Koenigs und Gerson Simon) konnte das Münzkabinett den geforderten Betrag von knapp 120.000 Goldmark aufbringen. Diese Summe (ein Arbeiter verdiente im Jahr durchschnittlich 900 Mark brutto) sorgte in Kombination mit einem anfänglich gehegten Fälschungsverdacht gegen diese Medaillone bei dem für ihren Ankauf verantwortlichen Kurator Heinrich Dressel (1845–1920) zunächst für schlaflose Nächte.Literatur: H. Dressel, Fünf Goldmedaillons aus dem Funde von Abukir (1906) 7 A Taf. 1, A; K. Dahmen - B. Weisser, Goldene Alexander zum Geschenk, in: S. Drougou u.a. (Hrsg.), Kermatia Philias. Festschrift Y. Touratsoglou (2009) 343-359 Abb. 1; K. Dahmen, Alexander in Gold and Silver: Reassessing Third century AD Medallions from Aboukir and Tarsos, American Journal of Numismatics 20, 2008, 493 ff. 525 f. Taf. 102 (mit Lit.).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200006

Valentinianus I. und Valens

Valentinianus I. und Valens

Vorderseite: R-ES-IS - ROMA-NO-R-VM [RESIS statt REGES]. Zwei antithetische Kaiserbüsten, beide mit Diadem, der Herrscher l. die r. Hand ausstreckend, der Herrscher r. mit der l. Hand am Schwertgriff.Rückseite: GLORIA ROMANOR-V-M // A-N. Kaiser mit Nimbus reitend nach r., vor ihm die Tyche von Antiochia mit Mauerkrone, in der l. Hand eine Fackel haltend. Im Abschnitt eine liegende weibliche Gestalt mit Füllhorn nach r.Kommentar: Gehenkeltes Goldmedaillon, barbarische Nachahmung. Entspricht ungefähr 48 Solidi (218,40 g) ohne die Tülle, Dm 75 mm ohne Tülle, 84 mm mit. Laut Dressel geprägt, möglicherweise gepresst. Die Rückseite ist stempelgleich mit einem weiteren Barbarenmedaillon aus dem Fund von Szilágysomlyó, dort die Vorderseite mit Namen des Valens. Da Valens nur 364-367 n. Chr. bzw. sechs Tage im Jahre 375 zusammen mit Valentinianus I. bzw. Gratianus regierte, ist das Vorbild für dieses Medaillon wahrscheinlich 364-367 n. Chr. entstanden. - Flavius Valentinianus war 321 n. Chr. in Cibalae in Pannonien geboren und hatte als Militär gedient. Sein Vater Gratianus war ein anerkannter Kommandeur gewesen. Unter Iovianus war er zeitweise in Ungnade gefallen, aber von Iovianus wieder an den Hof geholt worden. Am 26.2.364 n. Chr. wurde Valentinianus I. in Nikaia zum Augustus erhoben und ernannte bereits am 28.3. diesen Jahres seinen Bruder Valens zum gleichrangigen Mitherrscher. Valentinianus I. starb am 17.11.375 n. Chr. bei Brigetio in Pannonien an einem Blutsturz in Folge eines Wutanfalles. - Flavius Valens (geb. um 328 n. Chr.) war der Bruder des Valentinianus I. und wie dieser ein Sohn des älteren Gratianus, eines angesehenen Kommandeurs. Am 28.3.364 n. Chr. wurde er von seinem Bruder zum Mitherrscher ernannt und war nun für den Osten des Reiches zuständig. Seit dem Tode des Valentinianus am 17.11.375 n. Chr. war Valens nun „Maximus Augustus“, neben dem Sohn des Valentinianus I., Gratianus, der seit 367 ebenfalls den Rang eines Augustus bekleidete. Valens fiel am 9.8.378 n. Chr. in der Schlacht bei Hadrianopolis (Edirne) gegen die Goten.Literatur: K. Regling, Ein Goldmedaillon von 48 Solidi, Berliner Museen. Berichte aus den preussischen Kunstsammlungen 49, 1928, 67-70 mit Abb. (dieses Stück); H. Dressel, Die römischen Medaillone des Münzkabinetts der Staatlichen Museen zu Berlin (1973) 400 ff. Nr. 265 Taf. 29 (dieses Stück); A. Bursche, Later Roman-Barbarian contacts in central Europe. Numismatic evidence. Studien zu den Fundmünzen der Antike (SFMA) 11 (1996) 213 f. Nr. 231 (dieses Stück); A. Bursche, Złote medaliony rzymskie w Barbaricum (1998) 254 Nr. 33 Taf. J (dieses Stück); A. Bursche, Roman medallions in Barbaricum. Symbols of power and prestige of Germanic élite in Late antiquity in: B. Kluge - B. Weisser (Hrsg.), XII. Internationaler Kongress Berlin 1997. Akten II (2000) 758 ff. 764 f. Taf. 4 a (dieses Stück); B. Weisser, Das Goldmedaillon aus dem Schatzfund von Zagórzyn in: F. Reinert (Hrsg.), Moselgold. Der römische Schatz von Machtum. Katalog zur Ausstellung im Musée national d’histoire et d’art Luxembourg (2008) 87-90 mit Abb. (dieses Stück); K. Dahmen in: G. Köster - M. Puhle (Hrsg.), Otto der Große und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter (2012) 299 Nr. II.49 b mit Abb. (dieses Stück).Weitere Informationen zum Objekt finden Sie hier: https://ikmk.smb.museum/object?id=18200868