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Romanischer Leuchter im Domschatz zu Trier (Nachbildung)

Ident. Nr.: 1903,68

ObjID: obj:2456763

Details (Expert)

Beteiligte
Conrad Anton Beumers (1.3.1837 - 1921),
Hersteller*in
Datierung
1902/03
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Düsseldorf
Material / Technik
Bronze, versilbert
Abmessungen
Höhe x Breite: 21,6 x 12 cm

Objektbeschreibung

Es handelt sich bei dem Leuchter um eine Kopie eines Exemplars des aus der Pfarrkirche in Neef stammenden, um 1120/1130 entstandenen Leuchter-Paars im Museum am Dom in Trier. Ausgeführt wurde die Nachbildung durch den in Düsseldorf ansässigen Goldschmied Conrad Anton Beumers, als die Originale während der Kunsthistorische Ausstellung 1902 in Düsseldorf gezeigt worden.
An ungewöhnlichem Ort, an der Unterseite der Traufschale, erscheint die Inschrift "arte metallina fiunt candelabra bina", ein Teil der am originalen Leuchter-Paar über beide Exemplare fortlaufenden, wohl erst im ausgehenden 12. Jahrhundert eingravierten Inschrift "Martyre translato, de vase cruore sacrato; fiunt candelabra bina, arte metallina" (Aus dem durch das Blut geheiligten Gefäß werden – nach Übertragung des Märtyrers – in metallischer Kunst zwei Leuchter). LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa