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Doppelrätsel

Ident. Nr.: B UHP 30/13

ObjID: obj:2457830

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Salvador Dalí (1904 - 1989),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Doppelrätsel
Originaltitel: Double énigme
Übersetzung: Double Enigma
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Galerie André Francois Petit,
ohne Datum
Kauf (?): Privatsammlung,
bis vermutlich 2001
Auktion: Drouot-Richelieu,
2001
Kauf: Galerie 1900–2000,
2001-2006
Kauf: Galerie Brusberg,
2006-2008
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2008-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 33,5 x 25,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Auf diesem Blatt arbeitete Dalí mit der Décalcomanie, einem künstlerischen Verfahren des Farbabklatsches, das im 18. und 19. Jahrhundert besonders für die Übertragung von Motiven auf Papier, Keramik oder andere Medien eingesetzt worden war. Mitte der 1930er-Jahre wurde diese Technik von Surrealisten wie Óscar Domínguez, Max Ernst oder Hans Bellmer dergestalt verfremdet, dass sie den Farbabklatsch bewusst fehlerhaft ausführten (zum Beispiel durch beliebiges Positionieren oder Verreiben des Trägerblattes auf dem Zielmedium), um abstrakte, mit Hilfe des Zufalls entstehende Motive zu generieren, denen sie wie den „dessins automatiques“ (automatischen Zeichnungen) den surrealistischen Status von Erzeugnissen des Unterbewussten zuschrieben. Später fertige Dalí ein „Anatomies“ betiteltes Gemälde (um 1937, WVZ unter www.salvador-dali.org [11.11.2020], P 445), das – statt wie hier zwei – sieben in Farbe und Gestalt sehr ähnliche Körper zeigt. Er entwickelte den Bildaufbau von zwei nebeneinander verwendeten Motiven zu einer Reihe von „paranoid-kritischen“ Bildsujets weiter, bei denen die Gleichheit der Konturen und die Unterschiedlichkeit des in ihnen Dargestellten bei den Betrachter:innen Verwirrung auslösen sollten. „Die Metamorphose des Narziss“ (1937; Tate, London) etwa führt in exakt identischen Umrissen links einen sich über eine Wasserfläche beugenden Menschen, rechts eine Hand, die ein keimendes Ei hält, vor Augen – eine Illustration der Verwandlung des mythischen Narziss vom Menschen zur Blume, wie sie Ovid in seinen „Metamorphosen“ beschrieben hat. | Gabriel Montua

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans