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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 32/13

ObjID: obj:2457835

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Salvador Dalí (1904 - 1989),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Originaltitel: Sans titre
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Alexander Iolas,
bis um 1950
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
ab um 1950
Nachlass/Vermächtnis: Privatsammlung,
bis 2004
Auktion: Christie's, London,
2004
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2004-2010
Material / Technik
Feder und Tusche auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 55,5 x 75,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Sein Können als Zeichner zeigt Dalí auf diesem großen Blatt. Die Figuren sind anatomischen Studien der Renaissance nachempfunden, wurden aber hier in völliger Erschöpfung um ein Segelboot gruppiert. Der Hintergrund macht deutlich, dass dieses Boot nicht auf dem Wasser, sondern auf festem Boden steht. Jene merkwürdige Figurengruppe, in der die Menschen trotz geringer körperlicher Distanz keinen Kontakt zueinander aufnehmen, hat Dalí immer wieder eingesetzt, etwa in dem Gemälde „Der große Paranoiker“ von 1936 (Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam). Darin fügen sich die einzelnen Gestalten in ihrem Niemandsland aus größerer Entfernung betrachtet zu den Konturen eines menschlichen Gesichts zusammen. Zudem befindet sich im Hintergrund rechts ein dem in der vorliegenden Zeichnung sehr ähnliches gestrandetes Segelboot, auf dem aber nur vier statt wie auf diesem Blatt sieben Menschen zu sehen sind. Das Motiv des in einer Einöde aufgelaufenen Bootes hatte Dalí bereits 1934 in Gemälden wie „Paranoid-astrales Bild“ (Wadsworth Atheneum, Hartford) oder „Erscheinung meiner Kusine Carolineta am Strand von Roses (Flüssige Vorahnung)“ (Privatsammlung) eingeführt. | Gabriel Montua

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz