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Die Begegnung

Ident. Nr.: B UHP 33/13

ObjID: obj:2457836

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Delvaux (1897 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1942
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Begegnung
Originaltitel: La rencontre
Übersetzung: The Encounter
Provenienz
Kauf: René Micha,
spätestens 1944-mindestens 1957
Erwerbungsart ungeklärt: Barnet Hodes / Barnet und Eleanor Hodes, Chicago/ Nachlass Barnet Hodes,
spätestens 1965-1984
Auktion: Sotheby's,
12.11.1984
Kauf: Marlborough Gallery,
1984-1987
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1987-2010
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 109,2 x 129,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Es ist eine unheimlich wirkende Begegnung zweier Frauen, die Delvaux in seinem Gemälde inszeniert hat. Nackt und schutzlos stehen sich die beiden auf einer leeren Straße gegenüber. Trotz der offensichtlichen Gesprächssituation findet keine Kommunikation statt – die Personen wirken vereinzelt und stumm. Auch die Frauen, die von links und rechts in antikisierenden Kleidern oder nackt auf die Kreuzung strömen, brechen diese Vereinzelung nicht auf. Vielmehr unterstreichen sie den Eindruck von Einsamkeit, Leere und Todesahnung, der durch den starken Hell-Dunkel-Kontrast, den kulissenhaften, weiten Horizont und den links die Straße säumenden Friedhof verstärkt wird. Delvaux hatte zunächst zwei Jahre Architektur studiert, bevor er sich 1917/1918 an der Académie royale des Beaux-Arts in Brüssel für Malerei einschrieb. Weisen seine früheren Arbeiten zunächst expressive, dann realistische Züge auf, fanden ab 1934 – unter dem Eindruck der „Minotaure“-Ausstellung der Surrealisten in Brüssel – vermehrt unwirkliche, verstörende Motivkombinationen Eingang in seine Bilder: klassizistische Architekturensembles, bevölkert von statuen- oder sphingenhaften Frauen oder Skeletten, sowie Männer, die sich wie Fremdkörper in schwarzen Anzügen und Bowlern durch die Bilder bewegen. Wie in dem Gemälde „Die Begegnung“ hat sich der Künstler auch oft selbst als stillen Beobachter in Szene gesetzt. Vor allem die Arbeiten des ebenfalls belgischen Malers René Magritte und die leeren Stadtlandschaften Giorgio de Chiricos mit ihrer traumwandlerischen Atmosphäre beeinflussten Delvaux nach eigenen Worten (zit. in: Antoine Terrasse, Paul Delvaux, Berlin [West] 1972, S. 27). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz