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L'Équateur

Ident. Nr.: B UHP 93/13

ObjID: obj:2457900

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
René Magritte (1898 - 1967),
Künstler*in
Datierung
1942
Weitere Titel
Sammlungstitel: L'Équateur
Der Äquator
Übersetzung: The Equator
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Georges C. Van Extergem,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Margaret Krebs,
spätestens 1971-spätestens 1976
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
spätestens 1976-vermutlich 1982
Erwerbungsart ungeklärt: Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch,
vermutlich 1982-2010
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 59,5 x 73 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Ganz im Sinne der Surrealisten legte Magritte auf die Idee des Künstlers als einzigartigem Schöpfer individueller Meisterwerke ebenso wenig Wert wie auf einen persönlichen Stil. So nimmt es nicht wunder, dass er im Laufe seines Lebens verschiedene Themen und Motive mehrfach produzierte. 1942/1943 war es das Motiv der Pflanzen-Vögel, das er variierte. Erstmals taucht es in dem frei nach Robert Louis Stevenson benannten Gemälde „Die Schatzinsel“ auf („L’Île au trésor“, 1942; Musées rouyaux des Beaux-Arts de Belgique, Brüssel; eine weitere Version von 1942/1943, WVZ Sylvester 1993, 2, 516): Wie Erbsenschoten wachsen Blätter und Vögel aus der Erde, als handele sich um eine einzige Pflanze. Wenig später finden sie sich in „Der Äquator“, diesmal in leicht reduzierter Form und in einem anderen Setting: Statt einer Insel ist eine Mischung aus Terrasse und Bühnenraum zu sehen, den Magritte schon früh in seiner Malerei eingeführt hatte (vgl. „Die Komplizen des Zauberers“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch). Der Künstler hat die Paradoxie der Darstellung verstärkt, indem die Pflanzen-Vögel nicht mehr in lebendigem Grün, sondern zementgrau erscheinen. Ob diese Szene am Äquator, der Grenze zwischen Nord- und Süd-Hemisphäre, angesiedelt ist, lässt sich nicht erkennen. Deutlich ist allerdings der rote Bühnenvorhang, der den Hintergrund in zwei Bereiche teilt: Rechts erscheint die Kunst in Form eines Gemäldes mit den Umrissen einer antiken Vase, während links mit Himmel und Meer der Blick auf die endlose Natur freigegeben wird. Eine weitere Version dieses Bildes befindet sich in Privatbesitz („Le Trait d’union“, 1942, WVZ 2, 514). | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz