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La Sainte Famille

Ident. Nr.: B UHP 92/13

ObjID: obj:2457902

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
René Magritte (1898 - 1967),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: La Sainte Famille
Die heilige Familie
Übersetzung: The Holy Family
Provenienz
René und Georgette Magritte,
1928-1987
Kauf: Galerie Isadora et Isy Gabriel Brachot,
1987-2009
Auktion: Sotheby's, London,
2.7.1987
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2009-2010
Material / Technik
Vintage, Silbergelatineabzug
Abmessungen
Höhe x Breite: 10 x 7,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

1922 hatte Magritte seine Jugendfreundin Georgette Berger (1901–1986) geheiratet. Die glückliche und lebenslange Ehe blieb kinderlos. Ein Hund, kommentierte Magritte, sei völlig ausreichend (zit. in: Patrick Roegiers, Magritte and Photography, New York 2005, S. 33). Auch die Surrealisten hielten nichts von der bürgerlichen Idee einer Familiengründung mit Nachwuchs. 1927 zog das Paar in deren Nähe, nach Le Perreux-sur-Marne, östlich von Paris. Ein Jahr später entstand die von Magritte inszenierte Fotografie, deren ironischer Titel auf andere Arten von Kindern anspielt: Neben zwei Gemälden des Künstlers („L’Idée fixe“, NG 12/75, und „Les Fenêtres de l’aube“, WVZ Sylvester 1992, 1, 268) ist Georgette mit dem gemeinsamen Spitz Loulou zu sehen. Der Gipskopf, den der Künstler selbst im Arm hält, erinnert an das 1925 entstandene Gemälde „Deux sœurs“ (WVZ 1, 71), das zwei Gipsköpfe mit den Gesichtszügen seiner Frau zeigt – einmal mit offenen und einmal mit geschlossenen Augen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz