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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 61/13

ObjID: obj:2458005

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jimmy Ernst (1920 - 1984),
Künstler*in
Datierung
1944-1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
ACA Galleries, New York,
402374
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 34,3 x 26,7 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

In den 1940er-Jahren entwickelte Ernst eine Reihe von Werken, in denen er die improvisatorische Musik des Jazz visuell umzusetzen versuchte. Angelehnt an die Technik des Action-Painting platzierte der Künstler Farbkleckse zufällig auf der Bildfläche und verband sie durch dünne Pinselstriche miteinander. Dadurch entstand ein netzartiges, an Synapsen erinnerndes Gerüst, über das er wiederum mit linearen Verläufen gepaarte eckige Flächen zeichnete, die perspektivisch verzerrt sind. Dieses vibrierende Geflecht von Linien, Flächen und Klecksen im Raum setzte der Künstler in Analogie zu den freien Tonfolgen des Jazz. Zunehmend verschwand die Farbigkeit in Ernsts Werkentwicklung, bereits Ende der 1940er-Jahre war sie weitestgehend auf Grau-, Weiß- und Schwarztöne reduziert. 1943 hatte Ernst in der New Yorker Norlyst Gallery seine erste Einzelausstellung. Als er 1950 für ein berühmtes Gruppenporträt der abstrakten Expressionisten von Irving Sandler für das „Life“-Magazin fotografiert wurde, war sein Platz in der Avantgarde gefestigt. In den 1950er-Jahren wurden seine Arbeiten in diversen groß angelegten Überblicksschauen zur jungen US-amerikanischen Malerei gezeigt, darunter im New Yorker Solomon R. Guggenheim Museum (1954), im Whitney Museum of American Art, ebenfalls New York (1955), und auf der Brüsseler Weltausstellung (1958). | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz