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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 17/13

ObjID: obj:2458038

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Victor Brauner (1903 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1943
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Originaltitel: Sans titre
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
vermutlich nach 1945
Erwerbungsart ungeklärt: Wildenstein & Company,
ohne Datum
Kauf (?): Louis Goldenberg,
bis 1981
Nachlass/Vermächtnis: Helen Goldenberg,
1981-1993
Nachlass/Vermächtnis: Barbara Goldenberg,
1993-2005
Kommission (?): Ubu Gallery,
2005
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2005-2010
Material / Technik
Bleistift auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 30,8 x 23,8 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Neben seinem Interesse für spiritistische und mythologische Themen (vgl. „Das Handtier“, Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) war Brauner auch ein begeisterter Sammler ethnologischer Objekte. Er, der Werke aus der ganzen Welt liebte, besaß ozeanische, „indianische“ und afrikanische Kultgegenstände, beschäftigte sich mit den Hieroglyphen der Ägypter ebenso wie mit dem Kalender der Mayas und verarbeitete ihre Zeichen und Bilder in seinem eigenen Werk. Gleichwohl ist das aztekenähnliche Profil der Dargestellten nicht als explizites Zitat zu verstehen. Es bietet vielmehr den Anlass und Ausgangspunkt für eigene surreale Fantasien. Neben Brauners Gemälden und Skulpturen entstand auf diese Weise auch eine große Anzahl von grafischen Arbeiten auf Papier – darunter eigenständige ebenso wie vorbereitende Zeichnungen, in denen der Künstler die formalen Möglichkeiten für ein Gemälde erprobte. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz