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Humour

Ident. Nr.: B UHP 67/13

ObjID: obj:2458050

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Julio González (1876 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Humour
Humor
Provenienz
Besitz des Künstlers, Arcueil (Val-de-Marne),
1939 bis 1942
Nachlass/Vermächtnis: Roberta González,
1942 bis vermutlich 1950er Jahre
Erwerbungsart ungeklärt: vermutlich Collection des Arts Réunis,
ab spätestens 1977
Erwerbungsart ungeklärt: Galerie Brusberg,
Datum unbekannt
Erwerbungsart ungeklärt: Privatbesitz,
bis vermutlich 2008
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2008 bis 2010
Material / Technik
Feder und Tusche auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 25 x 21,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

In der Federzeichnung „Humor“ vom 12. November 1939 hat González ein Motiv variiert, das ihn schon das ganze Jahr über beschäftigt hatte: den „Kaktusmenschen“. Es handelt sich um eine anthropomorphe Figur, zusammengesetzt aus den Bestandteilen von Kakteen. Aufstrebende zylindrische Sprosse, mit Dornen versehen, werden zu dunklen Beinen, Rumpf und emporgereckten Armen, zwischen denen sich ein surreal geformter Kopf wie eine helle Kaktusblüte entfaltet. Ein vom Unterleib abgehender Trieb definiert das vegetabile Konstrukt als männliches Wesen. Auf einem Blatt, das am 2., 24. und 25. November 1939 entstand („Deux personnages“; Privatbesitz), zeichnete González einen ähnlich abstrahierten Kaktusmann neben eine in realistischer Manier dargestellte Frau, die ihre Hände klagend zum Himmel hebt. Mit Bezug auf den Spanischen Bürgerkrieg sowie den Beginn des Zweiten Weltkriegs lassen sich die Gesten als Manifestationen von Schmerz und Verzweiflung deuten, doch der Bildtitel verweist darauf, dass es González gleichzeitig um einen humoristischen Aspekt ging. Das groteske Mischwesen aus Mensch und Pflanze lacht und tanzt (vgl. „Homme Cactus dansant“, 1939; Institut Valencià d’Art Modern, Valencia). Als letzte größere Eisenfiguren von González entstanden „Monsieur Cactus“ (1939; Institut Valencià d’Art Modern, Valencia) und „Madame Cactus“ („Kaktusmensch II“, 1940; Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz