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Die Schmetterlingsschaukel

Ident. Nr.: B UHP 78/13

ObjID: obj:2458084

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rebecca Horn (1944 - 2024),
Künstler*in
Datierung
1996
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Schmetterlingsschaukel
Übersetzung: The Butterfly Swing
Provenienz
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26 x 50 x 23 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Horns Kunst zeichnet sich durch die Verbindung von brachialen, industriellen Werkstoffen mit weichen, organischen Elementen aus. Insbesondere das häufig verwendete Motiv der Flügel verleiht ihren frühen Körperweiterungen und späteren Maschinenobjekten eine poetische Zartheit. Seit Anfang der 1990er-Jahre nimmt der Schmetterling eine prominente Rolle in Horns Werk ein. In ihrem 1990 entstandenen Film „Buster’s Bedroom“ konserviert die Diva Serafina, Patientin einer Nervenklinik, Schmetterlingslarven in der Hoffnung, durch sie ihre ehemaligen Geliebten wiederzuerwecken. Auch die in der Nationalgalerie befindliche „Schmetterlingsschaukel“ ist ein Sinnbild für erotisches Verlangen. Die Apparatur besteht aus zwei gegenläufig zueinander auf und abschwingenden Metallstäben, auf denen jeweils ein Paar blaue Schmetterlingsflügel angebracht sind, die nach einem vorgegebenen Rhythmus zu flattern scheinen. Der mit einem Bewegungsmelder ausgestattete Elektromotor befindet sich in einem an der Wand befestigten Metallrahmen. Der darauf montierte Glastrichter mit blauem Farbpigment suggeriert, dass die Schmetterlingsflügel gefärbt werden. Das reale oder angedeutete Zirkulieren von Flüssigkeiten findet sich häufig in Horns Maschinen und verweist auf die Alchemie und den Austausch von Körpersäften. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz