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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 152/13

ObjID: obj:2458117

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Yves Tanguy (1900 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Originaltitel: Sans titre
Provenienz
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1976-2010
Material / Technik
Gouache auf Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 9,7 x 28,4 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

1929, als der Surrealismus in einer großen Krise steckte, schlug sich Tanguy auf die Seite des Wortführers der Bewegung, André Breton, und brach mit seinen früheren Freunden, die diesem gegenüber eine größere eigene Freiheit einforderten. 1930 unternahm Tanguy eine Reise nach Nordafrika. Es folgten Jahre großer Armut, erst 1935 begannen sich mit einer Ausstellungsbeteiligung in den USA finanzielle Erfolge abzuzeichnen. Die seit der ersten Hälfte der 1930er-Jahre entstandenen Gemälde – wie „Ohne Titel“ und „Ohne Titel (Einige Herren)“ (beide Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) – spiegeln diese Situation: In einsamen, sonderbar glatten und farblich changierenden Wüsteneien tummeln sich semiabstrakte Wesen. Anders als in den frühen Gemälden (vgl. „Ohne Titel [Surrealistische Komposition]“, ebd.) schweben sie nicht mehr in der Luft, sondern stehen, wie an den starken Schlagschatten zu erkennen ist, fest auf dem Boden. Ein Übergang von der Erde zum Himmel ist kaum zu erkennen. Das paradoxe Spiel zwischen glasklar umrissenen Formen und der grenzenlosen Vagheit des Raumes entwickelte sich zu einer Grundkomponente der bildnerischen Sprache des Künstlers. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz