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Les survenants II

Ident. Nr.: B UHP 154/13

ObjID: obj:2458125

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Yves Tanguy (1900 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1942
Weitere Titel
Sammlungstitel: Les survenants II
Die Unerwarteten II
Übersetzung: The Occurrences
Übersetzung: The Chance-comers II
Provenienz
Geschenk: Kay Sage Tanguy,
1942-1951
Kauf: Frederick Richmond,
1951-spätestens 1960
Kauf (?): Richard Feigen Gallery,
1960-vermutlich 1964
Auktion: Sotheby's, London,
1964
Kauf: Carmen und David Lloyd Kreeger, Washington, D.C.,
1964-1976
Kauf: Richard L. Feigen & Company,
1976-möglicherweise 2007
Auktion: Sotheby's, London ,
2007
Kauf: Daniel Filipacchi,
vermutlich 2007-2009
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2009-2010
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 58,5 x 80 cm
Rahmenmaß: 80,5 x 102 x 6 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Tanguy gehörte 1939 zu den ersten Surrealisten, die auf der Flucht vor dem sich in Europa durch Krieg und Okkupation ausbreitenden Nationalsozialismus in die USA emigrierten. Mit der amerikanischen Malerin Kay Sage, seiner späteren Ehefrau, ließ er sich zunächst in Woodbury, Connecticut, nieder, wo er bis zu seinem frühen Lebensende blieb. Einem seiner selten gegebenen Interviews zufolge haben die neuen Umstände so gut wie keine Spuren im Werk des Künstlers hinterlassen – allenfalls eine farbliche Intensivierung und das Gefühl einer größeren Weite könne er selbst feststellen (Yves Tanguy. Retrospektive 1925–1955, Ausst.-Kat. Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, 1982, S. 112). Gleichwohl lassen sich noch andere Veränderungen erkennen: Die zuvor eher natürlich wirkenden Bildgegenstände nahmen nun einen technoiden und künstlichen Charakter an; frühere embryonale, in Wandlung begriffene Formen (vgl. etwa „Ohne Titel [Einige Herren]“) machten einer endzeitlichen Stimmung Platz. So zeigt das 1942, während in Europa der Zweite Weltkriegt tobte, geschaffene Gemälde „Die Unterwarteten II“ im Vordergrund einen metallisch wirkenden, krallenartig spitzen Gegenstand; in der ein Jahr später entstandenen Gouache „Ohne Titel“ (alle Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) tauchen im Hintergrund eckige Formen auf, die an Kriegsruinen erinnern. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz