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Tod Mariae

Ident. Nr.: B UHP 159/13

ObjID: obj:2458262

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Mark Tobey (1890 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1945
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tod Mariae
Übersetzung: The Dormition of the Virgin
Provenienz
Auktion: Sotheby's,
8.5.1996
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1996-2010
Material / Technik
Tempera auf Karton
Abmessungen
Höhe x Breite: 43,2 x 33 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Tobeys Werk ist stark von Glauben und Spiritualität geprägt. Früh hatte sich der Künstler dem Bahaismus zugewandt, dessen Ziel die Harmonie aller Religionen ist. Auf zahlreichen Reisen durch Europa, Mexiko und den Orient folgte er von 1925 bis 1944 seiner Faszination von fremden Kulturen und Glaubensrichtungen. Dieses spirituelle Interesse schlug sich, ebenso wie das an der fernöstlichen Kalligrafie, in seinem Schaffen nieder, so auch in der Papierarbeit „Tod Mariae“, die ein Geflecht vornehmlich weißer, aber auch brauner und roter Linien bestimmt. Rechts unten deutet sich in dem zunächst undurchdringbar wirkenden Gefüge eine Beweinung an. Auch auf der übrigen Fläche lassen sich in den Strichen Gegenstände erahnen, die nicht zuletzt durch den Titel entschlüsselbar erscheinen, doch letztlich in Abstraktion aufgehen. Mitte der 1930er-Jahre hatte Tobey mit seinen „white writings“ seinen individuellen Stil gefunden. Die skripturalen Muster aus sich verdichtenden oder durchdringenden weißen Linien waren für ihn eine stilisierte Betrachtung der Beziehungen zwischen Mensch, Gott und Natur. Seine oft bis zur Unkenntlichkeit überlagerten Linien fungierten für ihn als Echo der Energie und des Rhythmus des Menschen und der Inspiration. Dabei war er – wie viele Künstlerkollegen – fasziniert von den „automatischen“, unbewussten Techniken, die der Surrealismus in die Kunst eingeführt hatte. Tobey selbst sagte zu seinen Arbeiten: „Mein Werk entwickelte sich, glaube ich, mehr unbewußt als bewußt. Ich arbeite nicht mit intellektuellen Ableitungen. Mein Werk ist inneres Betrachten“ (zit. nach Mark Tobey, Ausst.-Kat., Düsseldorf, 1966, o. S.). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz