Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1943
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: NachmittagsteeÜbersetzung: Afternoon Tea
- Provenienz
- Besitz/Nachlass des Künstlers,
1943-mindestens 1966Nachlass/Vermächtnis: André Emmerich Gallery,
ohne DatumErwerbungsart ungeklärt: Makler Gallery,
bis spätestens 1985Kauf: Mr. and Mrs. George Berman,
bis 1998Auktion: Christie's,
19.11.1988Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1998-2010 - Material / Technik
- Aquarell auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 61 x 45 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2458332
Objektbeschreibung
Der deutsche Maler, Lehrer und Theoretiker Hofmann war 1932 in die USA ausgewandert. Zuvor hatte er in München Malerei studiert und lange Jahre in Paris gelebt (1904–1915). Der Erste Weltkrieg zwang ihn, nach Deutschland zurückzukehren, wo er 1915 eine Schule für bildende Kunst gründete. Nach Lehraufträgen in Kalifornien (1930–1932) entschied er sich, in den USA zu bleiben, und eröffnete wenig später in New York die Hofmann School of Fine Arts. Sie wurde zu einer wichtigen Institution für eine ganze Generation junger US-amerikanischer Malerinnen und Maler wie Helen Frankenthaler, Allan Kaprow oder Lee Krasner. Hofmanns eigene Arbeiten schöpfen aus der europäischen Moderne, finden in seinem Werk jedoch eine ganz eigene Interpretation. Dabei war es für den Künstler unerheblich, ob seine Bilder abstrakt oder gegenständlich waren. Für ihn folgten sie alle den gleichen bildlichen Gesetzen, für die er den Begriff des „push and pull“ (vgl. Lucinda Barnes, Push and Pull, in: Creation in Form and Color. Hans Hofmann, Ausst.-Kat., Bielefeld, 2016, S. 155–162) prägte, für eine aus gegenläufig eingesetzten Bildmitteln erzeugte Raumwirkung. Dieses Prozedere wird auch in seinem Aquarell „Nachmittagstee“ deutlich. Das Bild ist weniger durch sein Motiv – einen angedeuteten runden Tisch vor einem Fenster sowie zwei aus schwarzen Linien skizzierten Hühnern – als durch den assoziativ-dynamischen Gegensatz von flächig aufgetragenen Farben und klaren Linien sowie deren Verhältnis zueinander bestimmt. Es ist ein reflektierter Prozess des Gestaltens, der sich sowohl aus der genauen Beobachtung als auch dem sinnlichen Erleben speist. | Maike Steinkamp
Letzte Aktualisierung: 08.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de