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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 10/13

ObjID: obj:2458341

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Bellmer (1902 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
ohne Datum
Kauf (?): Galerie André-François Petit,
spätestens 1975-vermutlich 1976
Kauf (?): Galerie Brusberg,
bis 1976
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1976-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 16,8 x 11 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Die spiegelhaft aufeinander bezogenen Konfigurationen Bellmers spielen mit der Idee der Doppelung: Auf den beiden V-förmig aneinandergestellten Bänkchen steht ein doppelköpfiges Mädchen, dem im oberen Teil des Blattes eine nahezu gleich große Klappkonstruktion aus Brettern und Herzen entspricht. Dazwischen vermittelt eine Art Stundenglas, durch welches allerdings kein Sand fließt, sondern in dem zwei kleinere, symmetrische, miteinander verbundene Herzen stehen und dergestalt einem Knochen ähneln. Auch die räumliche Bewegung ist eine doppelte: Ist das Mädchen von oben und hinten zu sehen, erscheint die Konstruktion – dreht man das Blatt um 180 Grad – ebenfalls von oben, doch diesmal von vorn, öffnet sie sich zum Mädchen und zu den Betrachter:innen hin. Dem kindlichen Spiel mit Roller und Reif entspricht die Idee eines geheimnisvollen Mechanismus, in dem sich die Vorstellung geist- und gefühlloser Mechanik mit erotischen Assoziationen verbindet. Letztere werden durch den rosafarbenen Ton des Zeichenpapiers und das darunter befindliche, an Damenunterwäsche erinnernde Tortenpapier, mit dem Bellmer sein Werk unterlegt hat, dezent verstärkt. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz