Logo

Henkelkrug mit Relief-Inschrift

Ident. Nr.: 1885,1159

ObjID: obj:2460138

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Jan Emens Mennicken (1566 - 1594),
Töpfermeister
Datierung
um 1585
Material / Technik
Steinzeug glasiert, Zinn
Abmessungen
Höhe: 16,6 cm

Objektbeschreibung

Hellbrauner glasierter Henkelkrug. Montierter Zinndeckel mit hohem, mit zwei Scheiben gegliederten Knauf und muschelförmig ornamentierter Daumenrast. Der keramische Korpus ist reich profiliert und mit reliefierten Ornamenten versehen. In der Mitte umlaufend die Relief-Inschrift "LAEF . GOT . VAN . ALLEN . WANT . ESKUMPT . VAN - YM. Y. E. 1.5.8 [?)". Die einzelnen Ornamentbänder bestehen unten aus Buckeln und Stäben, über der Umschrift einem Blattkranz, auf der Schulter Kerbschnitt und am Hals ein symmetrisches Blattrankenornament, in dessen Mitte zwei Engel einen Schild mit den Buchstaben IE halten. Die Zuschreibung an Jan Emens Mennicken basiert auf den Kürzeln in Inschrift und Schild.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa