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Pferdebändiger

Ident. Nr.: 1928,109

ObjID: obj:2465400

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Kasseler Porzellanmanufaktur (1766 - 1780),
Hersteller*in
Entwurf: Johann August Nahl der Ältere (1710 - 1781),
Bildhauer*in
zugeschrieben: Simon Heinrich (Henrich) Steitz,
Modelleur*in
Datierung
um 1770
Material / Technik
Porzellan, weiß glasiert
Abmessungen
Höhe: 24,6 cm

Objektbeschreibung

Ein barhäuptiger Krieger in römischer Rüstung hält ein sich aufbäumendes, auf seiner rechten Seite stehendes Pferd am Zügel. Als Brandstütze dient eine Trommel mit daraufliegendem Mantel. Am Boden ein Schwert und ein Helm. Rocaillesockel.
Die Kasseler Porzellangruppe basiert auf einer großplastischen Pferdebändigergruppe, die der Kasseler Hofbildhauer Johann August Nahl der Ältere für den Paradeplatz schuf. Die Komposition besteht aus zwei spiegelbildlichen Pendants. Auch in der kleinformatigen Porzellanausführung gehört ein zweites Pendant dazu. Im Berliner Kunstgewerbemuseum befindet sich lediglich die eine Gruppe mit dem nach links blickenden Pferd. Im Hessischen Landesmuseum Kassel sind jeweils zwei weiß glasierte, als Pendants konzipierte Figurengruppen vorhanden, im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe zwei farbig staffierte Ausformungen.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa