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Zwei Frauen

Ident. Nr.: B UHP 62/13

ObjID: obj:2465539

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Leonor Fini (1908 - 1996),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Zwei Frauen
Originaltitel: Due Donne
Übersetzung: Two Women
Originaltitel: Deux Femmes
Provenienz
Kauf (?): Helena Rubinstein,
bis 1966
Auktion: Parke-Bernet Galleries,
1966
Kauf (?): Brook Street Gallery, London,
ohne Datum
Kauf (?): Timothy Baum,
ab möglicherweise Ende 1960er-Jahre
Erwerbungsart ungeklärt: Galleria Gissi,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
ohne Datum
Kauf (?): Galerie Salis & Vertes,
bis 1997
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1997–16.12.2010
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 34 x 24,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Die Italienerin Fini bewegte sich seit Mitte der 1930er-Jahre im Kreis der Surrealisten in Paris, deren offizielles Mitglied sie jedoch nie wurde. Wiederholt kritisierte sie das dogmatische Kunstverständnis und das misogyne Frauenbild des Kopfs der Gruppe, André Breton. Fini, die ihren Vornamen Leonora eigenwillig um den letzten Buchstaben verkürzte, um geschlechtsneutral zu wirken, arbeitete in ihren Werken ein alternatives weibliches Identitätsmodell heraus, womit sie den surrealistischen Bildkanon erweiterte. In "Zwei Frauen" steht eine androgyne, hochgewachsene Frau, die selbstbewusst durch eine karge, von eisschollenartigen Gebilden zersetzte Landschaft schreitet. Sie trägt ein Renaissancekostüm mit Hosen, in ihrer üppigen Haarpracht stecken brennende Kerzen. Beobachtet wird sie von einer Frau im Kleid und mit langen schwarzen Haaren, die vor einer freistehenden Tür kniend durch das Schlüsselloch späht. In mehreren Werken hat Fini zwei entgegengesetzte Frauentypen wiedergegeben, die in einer ambivalenten, zwischen Rivalität und Erotik changierenden Beziehung zueinander stehen. Bei der schwarzhaarigen Frau im vorliegenden Werk handelt es sich möglicherweise um die Malerin Leonora Carrington (1917–2011), die zur Entstehungszeit des Gemäldes die Geliebte von Max Ernst war. Fini besuchte das Paar im Sommer 1939 in Saint-Martin d’Ardèche. Spät in ihrem Leben behauptete Fini, das Bild sei nicht von ihrer Hand. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz