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Quacksalber, Harlekin und Affe

Ident. Nr.: HF 240

ObjID: obj:2467814

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Johann Joachim Kaendler (1706 - 1775),
Bildhauer*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Datierung
um 1740
Abmessungen
Höhe: 20,3 cm

Objektbeschreibung

Inventareintrag: "Quacksalber, Harlekin und Affe. Der Wunderdoktor, in auffallend protziger aber unmoderner Kleidung, preist stehend seine Mixturen und Pullen an, die neben ihm auf einem dreibeinigen rundem Tischchen ausgebreitet sind. Ein auf dem Tisch sitzender Affe hält eine Tube und ein Fläschchen. Dahinter steht in gebeugter Haltung ein grinsender Harlekin, im l. Arm den grauen Spitzhut voll Wunderkugeln und Tuben. Der Quacksalber hat einen schwarzen Dreispitz mit Federbesatz u. goldener Borte, Allongeperücke, langem blutrotem Schoßrock, lange blaue Weste, beide mit Goldborten u. –knöpfen überladen. Harlekins Kostüm schwarz, purpurn, gelb u. türkisgrün gerautet. Am Boden steht ein Koffer. Verschiedene Beschädigungen: Nasenspitze des Doktors leicht bestoßen, r. Zeigefinger fehlt. Daumen repariert
Meissen, um 1740. ohne Marke. Modell von Kändler, Formen-Nr. 188 b wahrscheinlich 1740 entstanden"

Die Plastik wurde während des II. Weltkrieges zerstört und konnte nur fragmentiert geborgen werden.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa