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Wandteller mit orientalisierendem Dekor

Ident. Nr.: 1877,434

ObjID: obj:2471668

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Marie Drews (tätig zwischen 1877 und 1890),
Hersteller*in
Datierung
1877
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Durchmesser: 34,5 cm

Objektbeschreibung

Flach gemuldete Platte auf Standring, der zum Aufhängen durchbohrt ist. Die Schauseite ist bemalt in den Farben Blau, Blassrot, Ocker und Grün. Die gesamte Fläche ist dekoriert mit einer stilisierten Blütenkomposition aus fünf Nelkenblüten, einer Hyazinthenrispe, zwei Tulpenblüten und weiteren kleinen Blumen sowie Stängeln und Blättern bemalt. Das Gebilde wächst aus einem Blattstand am unteren Tellerrand hervor. Passiggeschweifte blaue Randbordüre.
Gefertigt hat den Teller die Berliner Künstlerin Marie Drews (Lebensdaten unbekannt), die in den 1870er/80er Jahren in der Ofen- und Keramikfirma ihres Bruders Otto Drews tätig war. Marie Drews hat selbst verschiedene Vorlagenwerke publiziert. Sie nahm an Kursen für Ornament- und Blumenmalerei der Berliner Kunstgewerbeschule teil, die damals dem Kunstgewerbemuseum angegliedert war. Vorliegender von ihr signierter Teller nimmt unmittelbar auf einen im Museumsbestand befindlichen türkischen Iznik-Teller Bezug (Inv. Nr. K 2351). Islamische Fayencen aus Iznik, damals sog. "Rhodosware", ebenso wie weiteres Kunsthandwerk aus dem Nahen Osten, erwarb das Museum damals in größerem Umfang auf den Weltausstellungen. Etliches davon wurde später an Spezialmuseen abgegeben.
Auf der Bodenunterseite gemalte Marke: MD [ligiert] 1877
Lit.: Barbara Mundt: Historismus. Kunsthandwerk und Industrie im Zeitalter der Weltausstellungen (=Kataloge des Kunstgewerbemuseums VII), Berlin 1973, Kat. Nr. 64; Helen Blum-Spicker u.a., Tulpen. Mythos - Symbol - Gestalt. Ausstellungskatalog Kreismuseum Zons, Zons 2005, S. 190, Kat. Nr. A 19.
ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus dickwandigem, farblosem Glas, Boden mit Abrissnarbe, die gesamte Oberfläche ist akzentuiert mit Gold staffiert, auf dem Fuß ein Kranz aus Oliven mit Ovalaugen, der massive Schaft ist mit Längsfacetten beschliffen, die sich bis an den Ansatz der bündig anschließenden Kuppa als vertiefte Zungen fortsetzen. Die Kuppawandung ziert in Tiefschnitt unter der Bügelkrone das von einem Adler gehaltene Rundmedaillon mit dem Profilbildnis Königin Sophie Dorotheas (1687–1757), flankiert von Adlern und Lorbeerzweigen, darunter fein goldgemaltes Rollwerk und sich überkreuzende Füllhörner. Der verwärmte Mündungsrand ist beidseitig vergoldet. Der Pokal datiert entweder in die letzten Betriebsjahre der Potsdamer oder in die ersten der Zechliner Glashütte und dürfte höchst wahrscheinlich als Paar mit einem Glas konzipiert gewesen sein, das ein Porträt Friedrich Wilhelms I. (1688–1740) trug (möglicherweise Inv. Nr. O-1982,78, a,b). Eine Reihe sehr ähnlicher bis nahezu identischer Pokalgläser mit Potsdamer Provenienz sind überliefert, die einen zugehörigen Deckel besitzen (vgl. Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 35.5; Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 9, S. 21; für das Bildnis vgl. Abb. 5, S. 18; Klesse/Mayr, Veredelte Gläser aus Renaissance und Barock, 1987, Nr. 134; Strasser/Spiegl, Dekoriertes Glas, 1989, Kat. 145, S. 280; Kunsthistorisches Museum Wien, Inv. Nr. Kunstkammer, 10382; Stiftung Stadtmuseum Berlin, Inv. Nr. II 74/185 A, ebenfalls ohne Deckel). Ursprünglich war wohl ein zugehöriger Deckel vorhanden, der zugeordnete Deckel passt nicht, er gehört zu einem kleineren Pokal. [Verena Wasmuth]MAKR