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Ovaler Schreibkasten mit goldenem Rankendekor

Ident. Nr.: 1881,856

ObjID: obj:2475807

Details (Expert)

Datierung
um 1600
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11 x 40 x 15 cm

Objektbeschreibung

Der Schreibkasten war 2009 als Leihgabe im Museum für Lackkunst in Münster zur Sonderausstellung "Aus 1001 Nacht".
"Auf der nachträglich mit einer roten Lachschicht überzogenen Deckeloberseite war im Gegensatz zur Wandung bis vor der Restaurierung nur noch partiell die ursprüngliche Bemalung sichtbar, die hier wie da auf nachtblauem Grund einen goldenen Rankendekor aus Palmettformen und Lanzettblättern sowie an den Schmalseiten des Deckels goldene Musterfelder mit einem dunkelgrünen Wolkenbanddekor in Ausspartechnik trägt. Umlaufende Schriftkartuschen in elegantem goldenen nasta'liq auf rotem Grund verzieren den Deckelrand und sind mit Sinnessprüchen versehen, darunter auch zum Lob der Kalligraphie. In Ausspartechnik gestaltete nachtblaue (?) Wolkenbänder vor goldenem Fond schmücken den Sockelbereich." R. Neumann, Aus 1001 Nacht, Museum für Lackkunst Münster, 2009, Kat.Nr. 17
MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa