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Stammbuchblatt des m. Abraham Schade aus Senfftebergen für Melchior Winckler mit bildlicher Darstellung: Bauer zu Pferde mit Peitsche und Proviantsäcken

Ident. Nr.: Lipp Hdz 9

ObjID: obj:2558512

Details (Expert)

Beteiligte
Melchior Winckler (1575–1632),
Auftraggeber*in
Herstellung: Abraham Schade (1599),
Verfasser*in
Datierung
Herstellung: 29.11.1599
Geografische Bezüge
Material / Technik
Wasserfarbe, Gold auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 16,5 x 10,3 cm

Objektbeschreibung

Stammbuchblatt des Abraham Schade
Beschriftungen
Multa petentibus desunt multa: benè est cuj DEUS obtulit parca, quod satis est, manu.
Wer viel verlangt, dem mangelt es an vielem. Wohl ist dem, dem GOTT mit sparsamer Hand das entgegenbringt, was genügt. 

Dn. Melchiori Wincklero Scripsit M. Abrahamus Schadeæus Senfftebergensis 29 IXbr. Ao. 99 Argentinae
Dem Herrn Melchior Winckler schrieb dies der Magister Abraham Schade aus Senftenberg am 29. November im Jahre 1599 in Straßburg

Dargestellte Kleidung
Dargestellt ist eine männliche Kostümfigur zu Pferd. Ihren Kopf bekleidet ein mit zwei langen goldgelben Federn geschmückter, in spitze Form gepresster, bäuerlicher, schwarzer Filzhut mit hochgeschlagener Krempe.  Darunter kommt das braune, kinnlange Haar zum Vorschein. Im Gesicht der Figur scheinen goldene Lichtpunkte durch den Farbauftrag. Über dem weißen Leinenhemd trägt die Figur ein braunes Hemd, das sich an der Vorderseite durch Übereinanderlegen oder Wickeln der Stoffbahnen der Silhouette der Figur anpasst. Die von den Schultern bis zu den Oberarmen weit gepufften Ärmel verengen sich von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken stark. Ein diagonal über dem Wams getragener, schmaler, goldener Leibgürtel schmückt die Figur zusätzlich. Die an den Oberschenkeln weiter geschnittene, einfache, weiße Kniehose ist an den Knien von braunen Bändern geziert und mit weißen Strümpfen sowie einfachen schwarzen Schuhen kombiniert. Die Kostümfigur sitzt im Sattel eines schwarzbraunen Pferdes mit gesenktem Haupt. Mähne und Schweif des sich in der Bewegung befindlichen Pferdes sind fein ausgearbeitet. Das Reiten stand im 16. Jahrhundert vor allem für Gewandtheit, männliche Kraft sowie kluge Beherrschung.  In der rechten Hand hält sie eine Reitgerte mit langer Schnur, in der linken Hand die Zügel des Zaumzeugs. Über der rechten Schulter führt die Figur einen weißen Stoffsack mit sich. Am hinteren Teil des Sattels ist ein zweiter Sack befestigt, an der Vorderseite ein konisch geformter Käfig, möglicherweise aus Weiden- oder Metallgeflecht. Im Inneren des Käfigs befinden sich mindestens drei fasanenartige Vögel mit blaubraunem Gefieder. Zu den Füßen des Pferdes ist ein Hintergrund durch gelbgrüne bis braungrüne Vegetation angedeutet. 

Zur Person Abraham Schade
Der aus Senftenberg stammende Musiker Abraham Schade (auch Schadäus) war im Wintersemester 1564 an der Universität Leipzig immatrikuliert  und wirkte ab 1573 als Lehrer und Konrektor der örtlichen Thomasschule. Im oder um das Jahr 1577 heiratete er Sabine, Tochter des Martin Schlichter aus Leipzig.  Zwischen dem 4. März 1588 und 26. Juni 1592 war er als Kantor und dritter Collegae an der Fürstenschule St. Afra in Meißen beschäftigt. Das Arbeitsverhältnis endete mutmaßlich, „weil er hier mit dem Rector Ladislaus und dem Cantor Sulz die calvinistischen Grundsätze in der Schule zu verbreiten suchte“ . Aus der Stadtschule Meißen wurde der Magister Schade zum Rektorat nach Schneeberg berufen und nahm die Tätigkeit am 8. November 1598 auf.  1602 wechselte er als Rektor in die Rats-Lateinschule in Speyer, von welchem Amt er am 23. Juni 1612 resignierte.  Schade wurde 1615 nach Bautzen berufen, um an Stelle des M. Zacharias Biccius als Rektor der Schule zu fungieren, wo er am 6. August 1617 in den Ruhestand trat.  Abraham Schade verstarb am 10. Oktober 1626 in Finsterwalde. 

Text: L. Pritzkow

Letzte Aktualisierung: 06.08.2026

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Einrichtung:

Kunstbibliothek

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