Details (Expert)
- Beteiligte
- Material / Technik
- —
- Abmessungen
- Länge x Breite: 21 x 16 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/255853
Objektbeschreibung
Der Resonanzkörper aus relativ leichtem Holz ist bei diesem Typus aus einem Stück, das von unten her - also aus der Richtung des spielenden Musikers - etwas bis über die Mitte des Korpus ausgehöhlt wird.
Der Eisensteg ist gerade und in die Klangtafel versenkt. Der Druckbalken aus Eisen ist mit vegetabilem Material so befestigt, daß die Schnüre durch 11 Löcher, die das ganze Korpus an seinem oberen, nicht ausgehöhlten Teil durchbohren, gezogen sind. Auf der Hinterseite des Instruments befindet sich zur sichereren Befestigung noch ein metallener Isolierstreifen. Auffallend ist, daß der Druckbalken an seinen beiden Enden, links und rechts aufgebogen und eingeringelt ist.
Ein weiteres Merkmal, das dort verbreitet ist ist das Vorhandensein von Rasselringen auf einem Eisensteg aufgefädelt, der an der Resonanzöffnung des Lamellophons quer (die Seitenwände durchstoßend) angebracht ist. Hier hat man sieben Ringe aus blauem Glasperlenmaterial und einen Eisenring angebracht.
Die Lamellen haben eine uns gleichfalls aus dem Süden bekannte Spatelform und waren ursprünglich vielleicht in einer unregelmäßigen Reihe von rechts nach links angeordnet. Es sind aber mit Sicherheit mindestens drei Lamellen, vielleicht vier, verlorengegangen. Die Lamelle rechts außen hat eine typische „Zentralrippe". So hatte dieses Insrument ursprünglich wohl 9, vielleicht 10 Zungen. Seitlich sind noch Ansätze zu Wülsten zu erkennen, ein weiteres Merkmal für Zambezi-Zusammenhänge. Dieses massiv gebaute Instrument muß einmal sehr schön geklungen haben, ist aber durch Druckbelastung, Stoß, Fall etc., als es von Afrika nach Europa kam, um 1886 in der Sammlung Reichard aufzutauchen, starker Beanspruchung und Zerstörung ausgesetzt gewesen.
aus: Gerhard Kubik: Kalimba, Nsansi, Mbira - Lamellophone in Afrika. Berlin 1998, S. 216
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ethnologisches Museum
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