Stammbuchblatt des Gregor Spiegel für Melchior Winckler mit der Darstellung einer vornehmen Frau aus Straßburg
Ident. Nr.: Lipp Hdz 12
ObjID: obj:2558703
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Herstellung: 1599
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Wasserfarbe und Gold auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 17 x 10,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2558703
Objektbeschreibung
Stammbuchblatt des Gregor Spiegel
„Die Mäßigung der Begierde ist die Scham.“
Beschriftungen
Moderator cupiditatis est putor. p.
Eigentlich: „inest moderator cupiditatis pudor“ (Zitat aus: Marcus Tullius Cicero, philos., De finibus bonorum et malorum Liber II, 111-115).„Die Mäßigung der Begierde ist die Scham.“
Pio & doctissimo adolescenti studioso Melchiori Wincklero amico suo percharo, memoriæ ergo scribebat Gregorius Spiegel Argentinensis Mense Augusti Ao. p. 1599.
Dem frommen und gelehrten jungen Studenten Melchior Winckler, seinem sehr teuren Freund, schrieb zum Gedenken Gregor Spiegel aus Straßburg im Monat August im Jahre 1599.Dargestellte Kleidung
Dargestellt ist eine weibliche Kostümfigur in vornehmer Haltung. Sie trägt ein aus schwarzem Stoff gefertigtes, flaches, den Kopf kaum überragendes Barett mit eingezogener Krempe. Diese Form des Baretts war seit den 1560er Jahren verbreitet und wurde in Straßburg Anfang des 17. Jahrhunderts insbesondere von ärztlichen Frauen in der Kombination mit einer Haube getragen. Die formgebende Unterhaube des weißen, die Stirn bedeckenden Bündleins bildet am Hinterkopf eine leicht betonende, radartige Wulst. Den Hals der Figur bedecken eine lockere Kinnbinde aus weich fließendem Stoff sowie eine eng gefaltete, weiße Halskrause. Der hochgeschlossene, kelchartige Stehkragen des schwarzen, langärmeligen Rockes ist auf der Innenseite mit braunem Pelz verbrämt. Feine goldene Pinselstriche geben den Glanz des tierischen Materials wieder. Die von den Schultern bis zu den Oberarmen weit gepufften Ärmel verengen sich von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken stark und schließen mit weißen Überschläglein. Der an der Taille weit geschnittene Rock ist längs bis zum Saum in dichte Falten geriefelt. Unterhalb der Taille mutet der Rock einem vorn geöffneten, in der Taille ansetzenden Halbrock an, der den Rock der Oberbekleidung im Sinne eines Überrockes schützt. Die vorderseitige Rocköffnung ist durch einen schwarzen Schurzfleck mit organischem Muster oder dargestelltem Glanz und horizontalen Ziernähten im unteren Viertel des Kleidungsstückes geschützt. Mit der linken Hand hebt die Kostümfigur den Rock zur Seite, sodass ein bunter, in enge Falten gelegter Tagesrock unter der konservativen Standeskleidung zum Vorschein kommt. Die Blockstreifen des rot-weiß gestreiften Rockes sind jeweils mit goldenen Ziernähten voneinander getrennt. An beiden Handgelenken trägt die Figur goldene Armreife. Den Zeigefinger und kleinen Finger der rechten Hand sowie den Zeigefinger der linken Hand zieren zusätzlich goldene Ringe. Durch grau angedeutete Pflastersteine zu den Füßen der Figur ist die Darstellung möglicherweise in einer städtischen Szene situiert.
Dargestellt ist eine weibliche Kostümfigur in vornehmer Haltung. Sie trägt ein aus schwarzem Stoff gefertigtes, flaches, den Kopf kaum überragendes Barett mit eingezogener Krempe. Diese Form des Baretts war seit den 1560er Jahren verbreitet und wurde in Straßburg Anfang des 17. Jahrhunderts insbesondere von ärztlichen Frauen in der Kombination mit einer Haube getragen. Die formgebende Unterhaube des weißen, die Stirn bedeckenden Bündleins bildet am Hinterkopf eine leicht betonende, radartige Wulst. Den Hals der Figur bedecken eine lockere Kinnbinde aus weich fließendem Stoff sowie eine eng gefaltete, weiße Halskrause. Der hochgeschlossene, kelchartige Stehkragen des schwarzen, langärmeligen Rockes ist auf der Innenseite mit braunem Pelz verbrämt. Feine goldene Pinselstriche geben den Glanz des tierischen Materials wieder. Die von den Schultern bis zu den Oberarmen weit gepufften Ärmel verengen sich von den Ellenbogen bis zu den Handgelenken stark und schließen mit weißen Überschläglein. Der an der Taille weit geschnittene Rock ist längs bis zum Saum in dichte Falten geriefelt. Unterhalb der Taille mutet der Rock einem vorn geöffneten, in der Taille ansetzenden Halbrock an, der den Rock der Oberbekleidung im Sinne eines Überrockes schützt. Die vorderseitige Rocköffnung ist durch einen schwarzen Schurzfleck mit organischem Muster oder dargestelltem Glanz und horizontalen Ziernähten im unteren Viertel des Kleidungsstückes geschützt. Mit der linken Hand hebt die Kostümfigur den Rock zur Seite, sodass ein bunter, in enge Falten gelegter Tagesrock unter der konservativen Standeskleidung zum Vorschein kommt. Die Blockstreifen des rot-weiß gestreiften Rockes sind jeweils mit goldenen Ziernähten voneinander getrennt. An beiden Handgelenken trägt die Figur goldene Armreife. Den Zeigefinger und kleinen Finger der rechten Hand sowie den Zeigefinger der linken Hand zieren zusätzlich goldene Ringe. Durch grau angedeutete Pflastersteine zu den Füßen der Figur ist die Darstellung möglicherweise in einer städtischen Szene situiert.
Dokumentation der Kostümfigur
Eine der Kostümfigur ähnliche Abbildung ist dokumentiert in: Hottenroth, Friedrich (1923): Deutsche Volkstrachten vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert. Süd- und Südwest-Deutschland. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Heinrich Keller (1), S. 55, Fig. 26, Nr. 2; Weigel, Hans (1577): Habitus Praecipuorum Populorum tam Virorum, quam Foeminarum Singulari arte depicti. Trachtenbuch: Darin fast allerley und der fürnembsten Nationen, die heutigs tags bekandt sein, Kleidungen, beyde wie es bey Manns und Weibspersonen gebreuchlich, mit allem vleiß abgerissen sein, sehr lustig und kurztweilig zusehen. Unter Mitarbeit von Jost Amman (Vorlagenzeichner). Nürnberg: Hans Weigel, Bl. LXIV.
Eine der Kostümfigur ähnliche Abbildung ist dokumentiert in: Hottenroth, Friedrich (1923): Deutsche Volkstrachten vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert. Süd- und Südwest-Deutschland. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Heinrich Keller (1), S. 55, Fig. 26, Nr. 2; Weigel, Hans (1577): Habitus Praecipuorum Populorum tam Virorum, quam Foeminarum Singulari arte depicti. Trachtenbuch: Darin fast allerley und der fürnembsten Nationen, die heutigs tags bekandt sein, Kleidungen, beyde wie es bey Manns und Weibspersonen gebreuchlich, mit allem vleiß abgerissen sein, sehr lustig und kurztweilig zusehen. Unter Mitarbeit von Jost Amman (Vorlagenzeichner). Nürnberg: Hans Weigel, Bl. LXIV.
Zur Person Gregor Spiegel
Außer der Herkunft des Gregor Spiegel aus Straßburg liegen bislang keine Informationen zur Person vor.
Außer der Herkunft des Gregor Spiegel aus Straßburg liegen bislang keine Informationen zur Person vor.
Text: L. Pritzkow
Letzte Aktualisierung: 06.08.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstbibliothek
E-Mail:
kb@smb.spk-berlin.de