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Stammbuchblatt des David Bambergk aus Halle für Melchior Winckler mit der Darstellung einer vornehmen Frau aus Meißen (?)

Ident. Nr.: Lipp Hdz 21

ObjID: obj:2558880

Details (Expert)

Beteiligte
Melchior Winckler (1575–1632),
Auftraggeber*in
Datierung
Herstellung: 09.01.1599
Geografische Bezüge
Meißen,
Stadt
Abmessungen
Höhe x Breite: 17,3 x 10,6 cm

Objektbeschreibung

Stammbuchblatt des David Bamberg
Beschriftungen 
Cicero. Nihil e virtute formosius, nihil pulchrius, nisi amabilius p.
Eigentlich: „nihil est enim, mihi crede, virtute formosius, nihil pulchrius, nihil amabilius“ (Zitat aus: Marcus Tullius Cicero, epist. fam. Liber IX, 14).
„Cicero. Denn wahrhaftig, nichts ist schöner, nichts herrlicher, nichts liebenswerter als eine echte Mannestat.“ 

Ornatissimo & doctissimo Juuenj Melchiorj Wincklero, in honorem, scribebat Dauid Bambergk Hal: Saxon: Ao. 99. 9 Januarij p.
Dem ehrwürdigen und gelehrten jungen Melchior Winckler zu Ehren schrieb dies David Bamberg zu Halle in Sachsen am 9. Januar im Jahre 1599.

Dargestellte Kleidung
Die Darstellung zeigt eine weibliche Kostümfigur. Ihren Kopf ziert ein flaches, schwarzes Tellerbarett mit weit ausladender Krempe und einem kurzen Nackenschirm, der sich an der oberen Hälfte des Hinterkopfes anschließt. Darunter verdecken Bündlein und Schleier mit einer straffen, vom mittelalterlichen Gebände inspirierten Kinnbinde aus weißem Stoff das Gesicht der Figur. Der Kinnstreifen unterscheidet dabei das Bündlein als Haube der patrizischen Standeskleidung von anderen zeitgleich gebräuchlichen Kopfbedeckungen.  Nur die Ohren sowie die fein herausgearbeitete Augen- und Nasenpartie sind sichtbar. Brust und Schultern sind von einem schwarzen, möglicherweise samtenen Goller mit umgelegtem Kragen bedeckt. Der Saum dieses Kleidungsstückes ist umlaufend doppelreihig mit einer Ziernaht versehen, die im vorderen, verschlossenen Mittelstück senkrecht nach oben verläuft. Trotz vergleichsweise liberaler Materialvorschriften für Goller hatten schwarze Samtgoller eine klar definierte Zeichenfunktion. Noch 1583 waren sie etwa in Nürnberg gesetzlich und ausschließlich den städtischen Oberschichten vorbehalten.  Die Oberbekleidung der Kostümfigur setzt sich aus einem einfarbig schwarzen, in enge Falten gelegten Erbel- oder Ermelrock und einem schwarzen, umlaufend doppelreihig mit einer Naht gezierten Schurzfleck zusammen. Einseitig rafft die Kostümfigur den Stoff des schwarzen Rockes über dem rechten Arm, sodass ein modisch bunter Tagesrock unter der konservativen Standeskleidung zum Vorschein kommt. Goldene Fäden akzentuieren die farbliche Trennung der rosafarbenen und grünen Stoffbahnen auf der Hälfte und am Saum des Rockes. Am linken Daumen trägt die Figur einen goldenen Ring. Der Hintergrund ist durch eine braune Schattierung zur Andeutung einer Standfläche gestaltet.

Dokumentation der Kostümfigur
Eine der Kostümfigur ähnliche Abbildung ist dokumentiert in: Hottenroth, Friedrich (1923): Deutsche Volkstrachten vom XVI. bis zum XIX. Jahrhundert. Nord- und Nordost-Deutschland, Deutsch-Böhmen. 2. Aufl. Frankfurt am Main: Heinrich Keller (3), S. 31, Fig. 11, Nr. 3.

Zur Person David Bamberg
Außer der Herkunft des David Bamberg aus Halle liegen bislang keine Informationen zur Person vor.

Text: L. Pritzkow

Letzte Aktualisierung: 06.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstbibliothek

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