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Atelierfenster

Ident. Nr.: NG 21/18

ObjID: obj:2559857

Schenkung Volker Westphal
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bruno Krauskopf (1892 - 1960),
Künstler*in
Datierung
um 1925
Weitere Titel
Sammlungstitel: Atelierfenster
Übersetzung: Studio Window
Provenienz
Volker Westphal, Berlin,
vor 2002 - 2018
Irene Lehr, Kunstauktionen, Berlin,
7.5.2011
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 53 x 65,5 cm
Erwerbung
2018 Schenkung Volker Westphal

Objektbeschreibung

In seiner Ausstellung bei Paul Cassirer in Berlin 1923 hatte Krauskopf unter dem Titel „Mein Atelierfenster“ eine linear skizzierte Darstellung des imposanten dreiteiligen Fensters seines neuen Ateliers in der Bülowstraße 34 gezeigt (Max Osborn, Bruno Krauskopf, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 53 [1923/24], S. 252). Die Fenstergliederung und der weite oder in die verschneite Umgebung gehende Ausblick hinter den Gegenständen auf der Fensterbank waren ein Motiv, das ihn nun häufiger zur Darstellung reizte (vgl. „Blumen am Fenster“, A IV 194) Das vorliegende Bild ist ausgeführter als jenes von 1923, Krauskopf scheint hier Einflüsse der Neuen Sachlichkeit aufgenommen zu haben. Er verbindet in seiner Darstellung feste Form und malerische Auflösung. Der Kunstkritiker Max Osborn registrierte in der Ausstellung der Berliner Secession von 1926 generell ein Gefühl für eine neue Gegenständlichkeit und damit auch eine neue Nähe zum Publikum, „das sich gleichsam vor klare Verhältnisse gestellt sieht. Man empfindet die Wendung sehr deutlich, wenn man beobachtet, wie Bruno Krauskopf, der sich eine Zeit lang aus einem verschwommenen Ungefähr nicht lösen konnte, sich zu malerischer Formung zurückfindet“ (Max Osborn, Ausstellung der Berliner Secession, Herbst 1926, in: Deutsche Kunst und Dekoration, Bd. 59 [1926/1927], S. 208). Der seinerzeit erfolgreiche Künstler empfing in seinem Atelier gern einen ausgedehnten Freundeskreis aus Architekten, Musikern, Schriftstellern und Malern, darunter Max Pechstein, Wilhelm Kohlhoff und Paul Kuhfuss. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz