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Daubenkrug

Ident. Nr.: O-1969,62

ObjID: obj:2564221

Details (Expert)

Datierung
17. Jahrhundert
Material / Technik
Zinn, gegossen, graviert; Eibenholz
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 20,4 x 16 cm

Objektbeschreibung

Daubenkrug mit konischer Wandung und Zinndeckel. Fuß und Mündung mit profiliertem Zinnbeschlag, an der Wandung durchbrochen gearbeiteter Zinnbeschlag mit vegetabilem Ornament und springenden Hirschen.
Holzdaubenkrüge dieser Art waren vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert besonders in Franken, Thüringen und Sachsen weit verbreitet. Für sie hatte sich im 20. Jahrhundert fälschlich die Bezeichnung "Lichtenhainer Daubenkrug" eingebürgert, obgleich sie nicht in der kleinen bei Jena gelegenen Ortschaft entgstanden sind, die im 19. Jahrhundert für ihr Bier bekannt geworden war.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa