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sog. Trenck-Becher

Ident. Nr.: O-1969,121

ObjID: obj:2564276

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Friedrich Freiherr von der Trenck (17.2.1727 - 25.7.1794),
Graveur*in
Datierung
1760 (?)
Material / Technik
Zinn, gegossen, graviert
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 12,8 x 9 cm

Objektbeschreibung

Der preußische Offizier Friedrich Freiherr von der Trenck (1727-1794) saß zwischen 1754 und 1763 wohl wegen seiner Beziehungen zu seinem Vetter Franz Freiherr von der Trenck, der in österreichischen Diensten stand, in Magdeburg und Berge in Festungshaft. Er selbst nennt in seiner berühmt gewordenen Autobiografie seine Beziehung zu Prinzessin Amalie von Preußen, der Schwester König Friedrichs des Großen, als Haftgrund.
Während der Gefangenschaft hat Trenck mit Hilfe eines Nagels Bilder und Texte in eine Reihe von Zinnbechern graviert, die er aus der Haft heraus versandte und von denen etliche erhalten geblieben sind. Aus der Sammlung Bertram (Chemnitz) sind insgesamt drei dieser sogenannten Trenck-Becher in den Bestand des Berliner Kunstgewerbemuseums gelangt (außerdem noch Inv. Nr. O-1969,120 und O-1969,122).

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR