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Birnkrug mit Monogramm FR (Fridericus Rex)

Ident. Nr.: O-1953,39

ObjID: obj:2566093

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
Datierung
um 1701
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,5 x 16,5 cm
Höhe: ohne Deckel 25 cm
Durchmesser: Öffnung 7,5 cm
Durchmesser: Boden 12 cm

Objektbeschreibung

Der Krug gehört zu einer Gruppe von Berliner Fayencen mit manganfarben gespritzem Fond, die eher der experimentierfreudigen Berliner Fayencemanufaktur von Cornelius Funcke als derjenigen von Wolbeer zugeschrieben werden. Eine detaillierte Beschreibung, unter Heranziehung von Vergleichsstücken aus anderen Sammlungen, hat Christiane Keisch im Berliner Katalog von 2001 vorgenommen; sie relativiert die Zuschreibung aber auch:
"Behäbige Birnform mit breitem geraden Hals, noch aus dem Repertoire Gehard Wolbeers. Auf der Schauseite, aus dem manganvioletten Fond ausgespart, eine blattgerahmte Kartusche mit dem Monogramm FR (= Friedrich Rex für König Friedrich I.) unter einem baldachinartigen Portal, wie es auf frühen Delfter Tellern mit chinesischen Figuren häufig vorkommt. Auf der seitlichen Wandung, je zwei große abgeschnittene Blütenstengel. Unter der Öffnung ein Behangwerk. Der violette gespritzte Fond wird für Cornelius Funcke in Anspruch genommen. Er tritt aber auch auf wolbeerschen Exemplaren mit FWR Monogramm auf (Falke 1929, Taf. 24), sicher auch in der Zeit der Erben Wolbeers, nach 1721. Die Grenzen sind hier offenbar fließend. Ebenso wie die Fondfarbe gelten auch die verstreuten großen Barockblüten als Erfindung Funckes (Falke 1923, Taf 47/48). Viele dieser Krüge tragen eine J-ähnliche F-Marke in Blau oder Schwarz. Ihre Zuordnung, ob Werkstatt oder Meistermarke, ist nicht sicher. Im Unterschied zu den ungemarkten Wolbeer-Stücken hat die Funcke-Werkstatt in einigen Fällen - fast nur bei Krügen - gemarkt."

Marken: Zinnmontierung: Stadtmarke Berlin (stehender Bär) mit 1698 und zweimal Lamm im Kreuzstab (verschlagen), ungedeutet. Fayence: J-ähnliches F in Blau

Lit.: Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen". Fayence, Glas und Tapisserien aus der Frühzeit Brandenburg-Preußens 1680-1720, Kat. Nr. 89

ClKa

Letzte Aktualisierung: 23.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale auf drei Schildhaltern mit Hirsch im Gehege aus dem Lüneburger Ratssilber

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Fußgestell, Zinnenring (an der Schale) und Figuren gegossen. Fußgestell außen, Schilde, Schalenrand, Fond, Kranz, Sockelmitte mit Zaun und Hirsch vergoldet, der Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails. Tragefiguren durch einen Zinnenring verbunden, der an eine Manschette gelötet ist. Auf dieser sitzt die Schale, gehalten von einem Zungenkranz. - Eine Frucht im aufgelegten Blattkranz der Schale und Geweih des Hirsches verloren.Das Gerät lehnt sich im Aufbau an die Evangelisten- und die Kirchenväterschale (Inv. Nr. 1874, 394 und 1874, 393) an. Die tragenden Schildhalter sind nach einem Modell gegossen. Im Fond der tiefen Schale getriebenes Geäst mit Blättern und Früchten (Feigen?). Im Zentrum ein Hügel mit liegendem Hirsch, umgeben von einem Flechtzaun mit überdachtem Tor und Vorhängeschloß. Aufgelegt ein Kranz aus Blättern und Früchten und vier Wappen.Eines der Wappen dürfte das des Besitzers sein, des Ratsherren Johannes junior von dem Lohe, der 1468 Sülfmeister und 1480 Kämmerer wurde (gest. 1482). Das zweite Wappen von dem Lohe verweist im Verein mit dem der Godenstede auf die Eltern, Johannes von dem Lohe (gest. 1471) und dessen erste Frau Gesche von Godenstede, das vierte Wappen ist das der Großmutter mütterlicherseits Tibbecke von Töbing, die seit 1466 Witwe war. Wie die Kämmereirechnungen verzeichnen, kam die Schale 1482 aus dem Nachlaß des Johannes von dem Lohe auf das Rathaus: "Hr. Johan vam lo 129m 9s hyrto noch syne beste suluere schale de quam vpp dat Radthus vnd wogh." Kurz wird sie im Inventar von 1555/56 erwähnt: "Ein grote sulueren schale her Johan van Loess."