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Walzenkrug mit fliegendem Adler und Devise "NON SOLI CEDIT"

Ident. Nr.: O-1990,320

ObjID: obj:2566724

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
Datierung
um 1720
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe: 22,5 cm

Objektbeschreibung

Der zylindrische Krug ist mit einem manganvioletten Spritzfond dekoriert. Ausgespart ist eine von vegetabilen C-förmigen Ornamenten eingerahmte Kartusche in Blaumalerei auf weißem Grund: Sie zeigt den zur Sonne fliegenden preußischen Adler unter der Devise "NON SOLI CEDIT" (Nicht einmal der Sonne weicht er) und der Königskröne, dem Motto Friedrich Wilhelms I. (1688-1740, reg. ab 1713). Der obere und untere Rand ist durch eine breite, blau-weiße Borte akzentuiert, die seitlich des Henkels in Lambrequingehängen ausläuft. Der Boden ist durchgehend weiß glasiert und eingewölbt.

Die Berliner Fayencemanufaktur von Cornelius Funcke war technisch experimentierfreudiger als die Wolbeer'sche Manufaktur und brachte einige Neuerungen auf den Markt: so entwickelte sie um 1701 auch den manganvioletten Spritzfond.

Marke: Die Fayence ist unbezeichnet; auf dem Deckel eingraviert: C. E. und 171 (vermutlich nicht ursprünglich)

Lit.: Kat. Berlin 2001, "Herrliche Künste und Manufacturen", S. 55 und Kat. Nr. 90 (Vgl.)

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

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Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa