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Kanne der Tuchmacherzunft in Schwiebus

Ident. Nr.: 1889,200

ObjID: obj:2570980

Details (Expert)

Datierung
1503
Material / Technik
Zinn, gegossen, graviert; Messing
Abmessungen
Höhe: 52,7 cm

Objektbeschreibung

Schleifkanne der Tuchmacherzunft in Schwiebus. Mit facettiertem Mantel und reicher Gravierung. Auf den Hauptfeldern an der Stirnseite der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, rechts und links die Heiligen Dorothea, Jacobus d.J., Barbara, Katharina, Ursula und Maria am Betpult mit Taube und Einhorn. Auf den oberen Feldern Margaretha, Anna Selbdritt, Judas Thaddäus, Engel mit Schweisstuch, Engel mit Schriftrolle: m + cccc + iii + noch cristi + ge. Heilige mit Scheibe und mo, Apollonia und ein Liebespaar. Auf den unteren Feldern Johannes, Petrus, Matthias, Johannes d. Täufer, Christus mit Weltkugel, Paulus, Jacobus d.Ä., Bartholomäus und Thomas. Unter dem Henkel zwei Hirsche und die Intitale A. Auf dem Deckel vier gravierte Wappen mit sächsischem Rautenschild, schlesischem Adler, Krone und zwei gekreuzten Schwertern. An den Fußstegen je zwei sitzende Löwen, Henkelstütze dreipassig durchlocht und in drei Drachenköpfe ausgehend. Ablasshahn aus Messing, Wirbel in Form eines Meerweibchens aus Zinn. (Hintze IV, Nr. 996)
Das Werk ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verschollen.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR