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Tüllen- oder Stegkanne mit Tierfries (u.a. Einhorn)

Ident. Nr.: 1925,23

ObjID: obj:2572414

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Christian Knütgen (nachgewiesen 1568-1605)
Datierung
Ausführung: 1596
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Siegburg
Abmessungen
Höhe: 27 cm

Objektbeschreibung

Die Form der Kanne mit langer Tülle und stabilisierendem Steg ist der Metallkunst entlehnt. Der helle, graue Steinzeugscherben wirkt durch den feinen Reliefdekor. Auf der Schulter eine bräunlich verfärbte Salzglasur. Die Mitte des Korpus ziert ein breiter Relieffries mit filigranen Ranken und Tieren: Einhorn, Hirsch, Steinbock, Greif, Fuchs und Leopard. Unter der Tülle eine bärtige Maske. Tülle und Henkel sind mit reliefierten Ranken belegt. Die Schulter des Korpus ist mit Kerbschnittdekor verziert, die untere Korpuspartie mit einer gekerbten, an Godronierung der Metallkunst erinnernden Ornamentik versehen. // Christian Knütgen gehörte zu einer einflussreichen Töpferdynastie in Siegburg. Er führte u.a. den Kerbschnitt in die Steinzeugproduktion ein. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 13.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa