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Feige

Ident. Nr.: 1883,1445

ObjID: obj:2574066

Details (Expert)

Datierung
19. Jahrhundert (?)
Material / Technik
Steinmasse, bemalt
Abmessungen
Durchmesser: 6 cm

Objektbeschreibung

Dieses Stück stammt aus dem Vermächtnis von 1883. Caroline von Uttebhoven übereignete dem Kunstgewerbemuseum eine Vielzahl von kunstgewerblichen Gegenständen, Büchern und Exlibris. Durch die befreundete Wanda von Dallwitz gelangte der Nachlass in die Sammlung. Sie war Universalerbin und mit dem Vermächtnis von Caroline von Uttenhoven ans Museum betraut. Die Sammlung betrug über 800 Gegenstände und ca. 440 Bände für die Bibliothek des Museums. Die Bücher und Exlibris überstanden die Wirren des II. Weltkrieges in der Sammlung der Kunstbibliothek, für die kunsthandwerklichen Gegenstände zeigen sich größere Verluste, z. B. die wertvollen venezianischen Gläser des 16. Jahrhunderts sind in ihrem Auslagerungsort zerstört worden.. Erhalten blieben trotz allem eine Anzahl von Stücken, die als Beispiele der verschiedenen Materialbereichen des Kunsthandwerks gelten können. Stücke aus dem Bereich Böttgersteinzeug, Majolika, Textil, Schmuck und anders mehr. Die Sammlerin Caroline von Uttenhoven war unter anderen Thema einer Sonderausstellung des Kunstgewerbemuseums ,"Glück Leidenschaft und Verantwortung, Das Kunstgewerbemuseum und seine Sammler", 1996. Dazu erschienen ist eine kleine Publikation mit gleichlautendem Titel.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR