Logo

Birnkrug mit Pfau in Fels- und Sumpflandschaft

Ident. Nr.: O-1961,5

ObjID: obj:2575061

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Gerhard Wolbeer, Berlin (1697 - 1764),
Hersteller*in
zugeschrieben: Fayencemanufaktur Cornelius Funcke, Berlin (1699 - 1747/67),
Hersteller*in
Datierung
um 1710
Geografische Bezüge
faktischer Entstehungsort: Berlin
Abmessungen
Höhe: 27 cm
Durchmesser: 10 cm (unten)

Objektbeschreibung

Birnförmiger Krug mit schlichter Zinnmontierung. Die umlaufende Blaumalerei zeigt einen Pfau auf einem Felsen sowie weitere Vögel und Blattwerk. Am oberen Rand ein einfaches Spiralornament. Die Zuschreibung an eine der beiden Berliner Fayencemanufakturen beruht auf motivischen Beobachtungen. Bei Otto von Falke (1923) ist ein ähnliches Stück abgebildet. Dass der eigentlich als chinesischer Lochfelsen konzipierte Felsblock ganzflächig ausgemalt ist, zeigt die Flüchtigkeit der Malerei. Der Zinndeckel weist eine wohl spätere Gravur mit der Jahreszahl 1752 auf.

Keine Marke. Auf dem Deckel graviert Zunftzeichen, CB u. 1752

Lit.: Otto von Falke: Alt-Berliner Fayencen, Berlin 1923, Taf. 5e

ClKa/MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa