Ident. Nr.: VII f 4 a,b
ObjID: obj:257965
Details (Expert)
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- Geografische Bezüge
- Material / Technik
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- https://id.smb.museum/object/257965
Objektbeschreibung
Verschiedene Elemente, wie die Verwendung von Regenschirmrippen für die Lamellen und das nur wenig ausgeprägte Hinausragen der Klangtafel über den Resonator am Kopfteil des Instruments etc. sprechen dafür, daß sich das vorliegende Exemplar eher von Modellen aus dem Westen und Südwesten Tanzanias ableitet, als von jenen aus Uganda. Indizien für ein älteres Exemplar sind die ausgeprägten Vertiefungen vor der Lamellenreihe im Bereich der beiden Daumen, die auf das Anschlagen mit den Fingernägeln zurückgehen. [...]
Das Instrument hat eine eingeritzte Inschrift auf der Klangtafel, WANGOJA MWERO MANGALE WAMWERO. Auf der Rückseite ist von einer anderen Hand, mit einem anderen Ritzgerät das Wort „Kalimba" eingeritzt. Weitere Merkmale des Exemplars sind:
- die ausgiebige Verwendung von schwarzem
Bienenwachs zum Verschmieren der undichten Stellen, dort wo das ausgehöhlte Korpus durch Holzplättchen geschlossen wurde.
- Auf der Rückseite sind auf diese Weise Risse abgedichtet, daß der Resonator überhaupt von beiden Seiten ausgehöhlt wurde. Beide Elemente findet man bei kastenresonierten Lamellophonen bis nach Angola.
Nicht interpretierbar ist derzeit der diesem Instrument beiliegende und mit blauem plastiküberzogenen Draht (vermutlich jüngerer Herkunft) lose befestigte Holzstift, von etwa 12 cm Länge und 1 cm Dicke. [...]
Das Vibratoloch auf dem Rücken des Instruments funktioniert noch außerordentlich gut. Die Stimmung ist weitgehend verloren und selbst im „layout" wohl nur schwer rekonstruierbar, ausgenommen, daß es sich um eine M-förmige Stimmung handelt, wie sie für viele von der likembe abgeleitete Lamellophone Zentral- und Ostafrikas charakteristisch ist, d.h. in der Mitte und rechts außen befinden sich je ein tiefer Ton, was eine Wechselton-Basis möglich macht.
Charakteristisch ist das Vorhandensein von Rasselringen (hier paarweise), die um die Lamellen geschlungen sind. Diese sind ein spezifisches likembe-Merkmal.
aus: Gerhard Kubik: Kalimba, Nsansi, Mbira - Lamellophone in Afrika. Berlin 1998, S. 207-208.
Letzte Aktualisierung: 16.03.2026
Kontakt
Einrichtung:
Ethnologisches Museum
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