Logo

Kachelofen mit Apostelfiguren und mehrfigurigen biblischen Szenen in Landschaften mit Spruchbändern

Ident. Nr.: 1876,1052

ObjID: obj:2585324

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: David Pfau III (1703 - 1767 ?),
Hersteller*in
zugeschrieben: David Sulzer (um 1738 - 1740),
Maler*in
Datierung
1738
Material / Technik
Fayence mit Inglasurmalerei
Abmessungen
Höhe: 281 cm (Gesamt)
Breite: 105 cm
Tiefe: 153 cm

Objektbeschreibung

Laut Inventarbucheintrag stammt der Ofen aus dem "Hause zur Rose" in Winterthur in der Marktgasse. Er ist derzeit (Stand: Oktober 2020) auseinandergenommen und befindet sich im Depot des Kunstgewerbemuseums.
"Der Ofen des Kunstgewerbemuseums hat die typische Form des Winterthurer Turmofens mit polygonal gebrochenem oblongem Unterbau, mit dem runden polygonalen Aufsatz und dem reichen zinnenartigen Kranzgesims. Große Bildkacheln mit verkröpft ovaler Innenrahmung, begleitet von flachen Pilastern, geben eine nur noch schwache Reliefgliederung. Bestimmend bleibt die großflächige Fayencemalerei: Apostelfiguren abwechselnd mit mehrfigurigen biblischen Szenen in Landschaften mit Spruchtafeln. Im 18. Jahrhundert wird, wie hier, die vormals kräftige Farbigkeit blasser und kühler, die Strichführung schematischer. Auf einem Wappen die Inschrift: Johannes Huser zur Rohsen und fr. Susanne Hegner A. 1738." (Christiane Keisch)

Lit.: Kunstgewerbemuseum, Staatliche Museen zu Berlin [Ost]. Führer durch die Sammlungen [Schloss Köpenick], Berlin 1988 (Christiane Keisch), Kat. Nr. 211; Früh, Margrit: Kachelbilder zum Neuen Testament (=Biblische Bilder an Schweizerischen Kachelöfen, Teil IV), Juni 2020, Coverbild

ClKa

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa